Kupferbleche Treiben und Patinieren

Das Bild zeigt die betenden Hände von Dürer in Kupfer getrieben
Der traditionellen Bearbeitung von Kupferblechen durch Treiben und Ziselieren widmete sich der Spezialisierungs-Kurs für fortgeschrittene Handwerker der Metallbearbeitung in der Kartause Mauerbach

Ziselier-Meister Jakob Durchner unterrichtete in drei Tagen die traditionelle Ausführung von Linien und Schriften in Kupferblechen durch das kalte „Treiben“. Hierbei wird auf einer weichen Unterlage aus Pech oder Blei das Kupfer mit speziellen Treibmeisseln von der Rückseite aus „bombiert“, um so erhobene Schriften oder Linien erzeugen zu können. Von einfachen Hinweisschildern bis zu komplexen reliefartigen Darstellungen reicht hierbei die Palette der möglichen Objekte. So wurde als letztes Werkstück des Kurses Albrecht Dürers Zeichnung der „Betenden Hände“ (1509) als Kupferrelief umgesetzt. Ein bekanntes historisches Motiv, welches vor allem auf Grabstätten oder Votivplaketten immer wieder zur Anwendung kam und sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Ein weiterer Schwerpunkt bildete die künstliche Patinierung von Kupfer-Oberflächen. Insbesondere in der Reparatur historischer Kupferdächer und der Ergänzung von Galanterie-Spenglerei ergibt sich die Problematik des Abgleichs von Ergänzungsmaterial. Verwitterten bis zu den späten 1980er Jahren Kupferoberflächen im Freien aufgrund der damaligen Luftverschmutzung mit Schwefeldioxid zu einer grünen oder dunkelbraunen Patina, so findet dieser Alterungsprozess heute nicht mehr statt und stellt vor allem Metall-Restauratoren vor erhebliche Probleme. Zur Braunpatinierung verwendet Meister Durchner hauptsächlich „Büffelbeize“. Dieses Pulver wird mit reinem Ammoniak zu einer Paste gemischt, mit einem Tropfen Wasser zur besseren Verteilung vermengt und danach auf das zu patinierendes Kupfer- oder Messingblech aufgetragen. Auf einem Heizkörper getrocknet wird die Paste danach nochmals auf 150 Grad Celsius erhitzt und mit einer Messing bzw. Kupfer-Drahtbürste wieder entfernt. So entsteht eine dunkel patinierte leicht glänzende Oberfläche. Zur Grün-Patinierung können „Goldschwefel“ (Antimon(V)-sulfid) oder auch „Essigsäure“ (Ethansäure) verwendet werden, um eine Oberfläche mit dem typischem Erscheinungsbild von „Grünspan“ (Kupfer-(carbonat-sulfat-chlorid)-Hydroxid) zu erhalten. Diese Thematik soll auch in Form eines eigenen Workshops zum Thema „Patinierung von Metalloberflächen in der Denkmalpflege“ zukünftig weiter erörtert werden.