Ziegel brennen im Ringofen

Wenn Feuer im Kreis wandert und sich händisch geformter Lehm zu Ziegeln brennt, dann öffnet der letzte aktive Ringofen Österreichs seine Pforten für Besucher.

Die traditionelle Herstellung von Mauer- und Dachziegeln in einem historischen Ringofen ist eine ganz besondere Herausforderung, unterscheidet sie sich doch radikal von der heutigen modernen Ziegelproduktion. Viel handwerkliches Geschick und Erfahrung ist notwendig um mit dieser aufwändigen und körperlich fordernden Methode Ziegel traditionell zu schlagen und zu brennen. Dennoch befeuern die Ziegelbrenner der Familie Nicoloso alle paar Jahre den letzten in Funktion befindlichen Ringofen Österreichs in Pottenbrunn um Ihr in Generationen erworbenes Geschick als Ziegelbrenner unter Beweis zu stellen. Das Ziegelwerk Pottenbrunn wurde im Jahre 1867 gegründet und von der Gemeinde an Vittorio Nicoloso verkauft, der aus einer traditionsreichen italienischen Zieglerfamilie stammt. Schon sein Vater Umberto kam von Italien im Jahr 1959 nach Österreich, um in Pyhra bei St. Pölten sein Handwerk auszuüben. Im Rahmen des ECHY 2018 nutzt das Denkmalamt dieses seltene Ereignis um im Rahmen eines Workshops des Weiterbildungs- und Informationszentrum der Kartause Mauerbach dieses beinahe in Vergessenheit geratene Handwerk zu dokumentieren, zu diskutieren und an Fachleute, Handwerker, Restauratoren und Denkmalpfleger weiterzugeben. Vom 17. bis 21. September 2018 findet ein Workshop mit Studierenden statt, die sich mit der Produktion aber auch mit den unterschiedlichen Materialzusammensetzungen und Eigenschaften von Ziegeln befassen. Ein Tag der offenen Tür am 20. September 2018 gibt interessierten Besuchern die Möglichkeit, einen Blick in die Welt dieses traditionellen Handwerks zu werfen und sich im Rahmen von Vorführungen und Rundgängen zu informieren.

Galerie

Schürboden des Ringofens Pottenbrunn
20. Sep. (ganztägig) Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege Kartause Mauerbach Veranstaltung im iCal-Format speichern