Unterschutzstellung

Kriterien – Auswahl – Prüfung – Schutz

Unterschutzstellungen erfolgen amtswegig, das heißt die Initiative geht dabei vom Bundesdenkmalamt aus. Das Bundesdenkmalamt folgt hierbei dem gesetzlichen Auftrag zum Schutz der österreichischen Denkmale. Die gesetzliche Basis dafür bildet das Denkmalschutzgesetz.

Die Vorgangsweise des Bundesdenkmalamtes beruht auf einer Unterschutzstellungsstrategie, die 2010 erstmals erstellt und in Abständen aktualisiert wurde. Basis hierfür sind die österreichweiten Denkmalinventare, insbesondere die Zusammenstellung von Objekten in der Denkmaldatenbank, die als interne Arbeitsgrundlage im Bundesdenkmalamt geführt wird. Im Rahmen eines jährlichen Prüfungsprogramms werden Prioritäten gesetzt und Gruppen von Objekten definiert, die als nächste auf ihre Denkmaleigenschaften hin genauer überprüft werden sollen. Parallel zu den Jahresprogrammen ist es natürlich auch möglich, dass sich bei einem noch nicht im Prüfungsprogramm erfassten Objekt anlassbezogen die Frage nach der Denkmalwürdigkeit stellt. In beiden Fällen ist es die Aufgabe des Bundesdenkmalamtes, den Denkmalcharakter zu eruieren und eine Überprüfung nach etablierten Kriterien durchzuführen. Dies erfolgt durch Gutachten, die von Amtssachverständigen des Bundesdenkmalamtes verfasst werden.

Am Beginn eines solchen Unterschutzstellungsverfahrens informiert das Bundesdenkmalamt die Eigentümerinnen und Eigentümer über die geplante Besichtigung des Objektes. Am vereinbarten Termin besichtigt der/die Amtssachverständige das potenzielle Denkmal, bei Bauten außen und innen. Dieser Termin dauert in der Regel – abhängig von der Größe des Objektes – durchschnittlich eine Stunde. Dieser Besichtigungstermin bildet zusammen mit darauffolgenden Archiv- und Literaturrecherchen die wissenschaftliche Grundlage zur Feststellung der Amtssachverständigen, ob und in welchem Ausmaß Denkmaleigenschaften vorliegen. Um zu einer nachvollziehbaren und transparenten Entscheidung zu gelangen, arbeiten die Amtssachverständigen auf Basis eines Kriterienkatalogs, der dabei hilft, die jeweiligen Besonderheiten der Objekte im Sinne eines allgemein gültigen Standards für die Bewertung auszumachen.

Liegen Denkmaleigenschaften vor und wird das Verfahren eingeleitet, wird den Eigentümerinnen und Eigentümern und den Legalparteien (Landeshauptleute, Gemeinden und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister) das Amtssachverständigengutachten zugesandt, zu dem sie sich in der Regel binnen vier Wochen in Form einer Stellungnahme an das Bundesdenkmalamt äußern können. Wenn die Frist abgelaufen ist und keine weiteren Ermittlungen notwendig sind, erlässt das Bundesdenkmalamt den Bescheid. Gibt es für die Eigentümerinnen und Eigentümer nach der Erlassung des Bescheides anhaltende und begründete Einwände gegen die Unterschutzstellung ihres Objektes, so besteht die Möglichkeit zum Einbringen einer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Ist die Unterschutzstellung rechtskräftig, kommt es von Amts wegen zur Ersichtlichmachung des Denkmalschutzes im Grundbuch (A2-Blatt). Dies ist eine zusätzliche Information zu den Grundbuchsdaten. Damit sind keine weiteren Rechtsfolgen (Belastungen) verbunden.

Denkmalverzeichnis

Kriterienkatalog

Häufige Fragen