Abteilung für Wien

Es ist das imperiale Angesicht der Hauptstadt eines Weltreiches, das unsere Wahrnehmung der österreichischen Bundeshauptstadt bestimmt. Hofburg, Schloss Schönbrunn, Stephansdom und Karlskirche, die Ringstraße mit dem Parlament, den Museen und Palaisgebäuden der adeligen Familien sind die gebauten Zeugnisse einer Stadtgeschichte mit großer Vergangenheit. Wien ist aber so viel mehr. Es steht das römische Wien mit seinen Ausgrabungen im Bereich des Hohen Markts neben dem barocken Vermählungsbrunnen, die mittelalterliche Michaelerkirche neben der Ikone der Moderne von Adolf Loos am Michaelerplatz. Die Abteilung für Wien kümmert sich um mehr als 2000 Jahre Stadtgeschichte. So wurden in den letzten Jahren so unterschiedliche Objekte wie die Geschäftsfassaden von Hans Hollein am Graben und am Kohlmarkt oder das Hotel Imperial am Kärntner Ring unter Denkmalschutz gestellt und in der Folge hinsichtlich notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen oder Veränderungsansuchen mit großem Einsatz betreut. Ein Charakteristikum der Denkmallandschaft in Wien sind die gebauten Ergebnisse des städtischen Wohnbauprogramms seit den 1920er Jahren. Viele hundert der gemeindeeigenen Wohnhausanlagen aus der Zeit des so genannten „Roten Wien“ in der Zwischenkriegszeit aber auch aus der Nachkriegszeit dokumentieren in beispielhafter Weise die Geschichte des sozialen Wohnbaus im 20. Jahrhundert. In der Denkmallandschaft der Stadt Wien verschmelzen die Großzügigkeit des imperialen Auftritts einer Weltstadt mit der dichten Bebauung der Gründerzeit in den Vorstädten, die biedermeierliche Anmutung der Wohnquartiere in den Vororten mit der kantigen Modernität einer an den Rändern wieder aufs Neue rasant wachsenden Stadt.

U-Bahn fährt in die Station unterhalb des Stationsgebäudes ein © BDA
Prunkstiegenhaus im Palais des Prinzen Eugen © BDA
Ansicht Schloss Neugebäude © BDA
Reich ausgestattete große Gallerie in Schloss Schönbrunn mit hohen Fenstern und gegenüberliegenden Kristallspiegeln © BDA
Ausschnitt eines Grabsteins am jüdischen Friedhof © BDA
Mehrparteienhaus in der Werkbundsiedlung mit blauen Farbakzenten © BDA

Von den Römern zu den Lipizzanern

WienDenkmal des MonatsArchäologie Archäologische Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamts im Hof der Wiener Stallburg führten im Winter 2004/05 zur Freilegung von Resten der einstigen römischen Lagervorstadt und eines mittelalterlichen Stadtviertels

Neu entdecktes awarisches Gräberfeld

WienDenkmal des MonatsArchäologie Auf der Trasse der zukünftigen Wiener Südrandstraße (S1) wurde 2001 durch Luftbildprospektion ein awarisches Gräberfeld entdeckt, von dem im Jahr 2002 insgesamt 650 Gräber freigelegt werden konnten. Die Bestattungen von Männern, Frauen und Kindern stammen aus dem 7. bis 8. Jh. n. …