Standards der Baudenkmalpflege

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Mit den Standards der Baudenkmalpflege veröffentlicht das Bundesdenkmalamt erstmals eine einheitliche Orientierungshilfe für Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer, Planende und Ausführende.

Das Handbuch Standards der Baudenkmalpflege kann über das Bundesdenkmalamt bezogen werden. Eine elektronische Version steht zum Download bereit. Buchexemplare können beim Bundesdenkmalamt per E-Mail an bestellt werden und werden per Post versandt. Die Versand- und Schutzgebühr beträgt 25 Euro (außerhalb Österreichs 30 Euro). Die Angaben zur Überweisung werden mit der Rechnung übermittelt.

Die Standards der Baudenkmalpflege, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, umfassen 416 Seiten und bieten erstmals in Österreich einen einheitlichen Orientierungsrahmen für die Bestandaufnahme und Voruntersuchungen, den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude und Altbauten sowie für deren bauliche Veränderungen. Das Nachschlagewerk richtet sich an Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer, Architektinnen und Architekten, Planende und Ausführende in den Baugewerken, im Handwerk, in der Bauforschung sowie der Restaurierung.

Die Standards sind in die drei Kapitel Erfassen, Erhalten und Verändern unterteilt. Sie bieten Entscheidungshilfen für den Planungsprozess, für den denkmalgerechten Umgang mit Materialien, Bauteilen, Ausbauelementen und künstlerisch-kunsthandwerklicher Ausstattung sowie für alle Arten baulicher Veränderungen von Substanz und Erscheinungsbild: vom Dachausbau über Energiesparmaßnahmen bis zum Einbau von Sende- und Empfangsanlagen. Selbst nicht rechtswirksam, geben die Standards aber Orientierung darüber, welche Abwägungen das Bundesdenkmalamt bei Verfahren nach dem Denkmalschutzgesetz vornimmt.

Fachdirektor Bernd Euler-Rolle: „Die Standards sind ein Grundgerüst für denkmalpflegerische Entscheidungswege. Sie zeigen, was denkmalgerechtes Handeln am historischen Bauwerk bedeutet und geben somit Planungssicherheit. Die Standards sind keine Normen, sondern geben Orientierungshilfe für den Umgang mit Veränderungsabsichten und baulichen Erfordernissen bereits im Vorfeld von Eingriffen. Sie entsprechen einem über die Jahre gewachsenen Wunsch von Eigentümer_innen, Planenden und Ausführenden. Mit den Standards haben denkmalfachliche Entscheidungen nun einen Referenzrahmen.In der vorliegenden detailreichen Form sind die Standards in Europa bislang einzigartig.“

Die Standards wurden von einer Arbeitsgruppe des Bundesdenkmalamtes zusammen mit rund vierzig Fachleuten aus allen für die Denkmalpflege wichtigen Fachgebieten ausgearbeitet. Nach den Richtlinien für Energieeffizienz am Baudenkmal und für archäologische Maßnahmen sowie dem Leitfaden, Zustandserhebung und Monitoring an Wandmalerei und Architekturoberfläche ist das nun präsentierte Handbuch die vierte Publikation, mit der das Bundesdenkmalamt für Transparenz und Nachvollziehbarkeit seiner Betätigungsfelder sorgt.

Präsidentin Barbara Neubauer: „Zeitgemäßer Denkmalschutz bedeutet Transparenz, Bürgernähe und Nachvollziehbarkeit. Die als Handbuch konzipierten Standards der Baudenkmalpflege sind ein Meilenstein in der Pflege sowohl von denkmalgeschützten Bauwerken, als auch von Altbauten. Sie bilden die Basis für eine auf gleicher Grundlage agierende Denkmalpflege.“

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