Digitale Präsenz als Inwertsetzung archäologischer Denkmale

Denkmale und archäologische Fundstellen in ihrer exakten Lage online abrufbar für jedermann – Zukunftsmusik und Wunschdenken oder ein Weg zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung? Die Inventarisierung und Denkmalforschung ist dem Bundesdenkmalamt gesetzlich vorgegeben und auch der Fachbereich, den die Abteilung für Archäologie abdeckt, die Bodendenkmale und archäologischen Fundstellen in Österreich, werden demnach seit dem 19. Jahrhundert getreulich erfasst und katalogisiert. Seit den Anfängen hat sich diese Inventarisierung von einem Karteikasten zu einer Datenbank am Ende des 20. Jahrhunderts gewandelt. Seit nunmehr zwei Jahren arbeitet die Abteilung für Archäologie daran, den nächsten Entwicklungsschritt zu setzen: eine digitale Kartierung der Fundstellen und Bodendenkmale österreichweit. In einem geografischen Informationssystem (GIS) werden Schritt für Schritt bundesweit die Daten des Archives in eine Kartierung umgesetzt. Zu allen Objekten gibt es Basisinformationen wie Fundstelle, Fundart und Datierung. Schon bisher wurden im Rahmen von Raumordnungsangelegenheiten derartige Informationen auf Anfrage der zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Neu ist, dass nunmehr eine genaue Verortung und Ausdehnung auch auf einer Karte dargestellt werden können.

Das Projekt soll allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen schnellen Zugang zu Daten über ihre Denkmale und Fundstellen, im Sinne des Open Government und der Digitalisierungsoffensive des Bundes ermöglichen. Gleichzeitig kann dadurch auch ein unkomplizierter Informationsaustausch zwischen Behörden, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und Planenden garantiert werden.

Aktuell stehen Kartierungen für das Bundesland Vorarlberg und der Probebezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark zur Verfügung. Das erste derartige Pilotprojekt in Österreich wurde dank der Kooperation zwischen Bundesdenkmalamt und Land Steiermark soeben erfolgreich abgeschlossen. Unter Denkmalschutz stehende Baudenkmale, archäologische Denkmale und archäologische Fundstellen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld sind in einer Karte gemeinsam dargestellt. Möglich wird dies alles durch die Kooperation mit dem Land Steiermark: Die Serviceeinrichtung GIS-Steiermark verwendet raumbezogenen Daten des Bundesdenkmalamtes und stellt diese über ihren Digitalen Atlas bürgernah zur Verfügung. Für die zweite Jahreshälfte 2019 ist die Veröffentlichung für das Bundesland Tirol vorgesehen, die flächendeckende Kartierung der Steiermark ist als nächster Schritt geplant.

Mit der Visualisierung von archäologischen Fundstellen soll der Bevölkerung ins Bewusstsein gerufen werden, wo die archäologischen Denkmale und Fundstellen liegen, wie groß die Verbreitung ist und wie unterschiedlich sich die archäologische Landschaft in Österreich präsentiert. Angefangen von innerstädtischen Bereichen mit Jahrtausende langer Siedlungskontinuität über Pfahlbausiedlungen des Weltkulturerbes, Bergbaugebieten im gesamten Alpenraum bis hin zu Siedlungen im Hochgebirge – nur wer weiß, wo sich Archäologie befindet und was Archäologie umfasst, kann wertschätzen, wie vielfältig das archäologische Erbe in Österreich ist.

Plan © BDA
Plan © BDA
Plan © BDA

Kontakt

GIS Steiermark: Dipl.-Ing. Harald Grießer

Bundesdenkmalamt: Dr. Eva Steigberger

Abteilung für Archäologie