Nur die Toten sehen das Ende des Krieges

Archäologie
Zuschauer beim Fachgespräch
Beim Fachgespräch „Schlachtfelder – Fundstellen und Denkmale“ am 24. 8. 2018 in der Kartause Mauerbach sah sich die Archäologie diese Toten an und fand Erschreckendes.

Etwa Skorbut. Rachitis. Chronische Infektionskrankheiten, Bronchitis, Lungenentzündung, Magenleiden. Durch Mangelernährung in der Kindheit nicht vollständig ausgebildete Zähne. Belastungsstörungen an der Wirbelsäule. Marschfrakturen.

Und das alles vor den furchtbaren Wunden, die die Schlachten schlugen. Die Ergebnisse der anthropologischen Untersuchungen an Skeletten von Soldaten der napoleonischen Kriege zeugen von einem qualvollen Leben, von Entbehrung und Siechtum. Der Gesundheitszustand der Soldaten hatte sich seit dem 30jährigen Krieg nicht verbessert.

Die Beiträge des Fachgesprächs werden nächstes Jahr in den „Fundberichten aus Österreich“ publiziert werden: Von den Zeugen einer vergessenen Schlacht aus der Bronzezeit – um die 1000 Tote wurden im Tal der Tollense gefunden - über die Frage, wie sich Plünderungsmuster in den Siedlungs-Funden rund um die Stätten der Varus-Schlacht in Kalkriese abbilden, bis zu den beeindruckenden Höhen-Schanzungen der Isonzo-Front. Und die Hilfe der Kampfmittelbeseitigungstruppen des österreichischen Bundesheeres bei den Forschungen zur Abwehrschlacht in Mogersdorf. Der Band erscheint voraussichtlich im Frühsommer 2019.