"...zur Eröffnung gab es für jeden Schüler ein Seidel Bier..." (Schulchronik)

Ansicht der Volksschule Mattighofen nach der Restaurierung
Die neu errichtete Schule in Mattighofen in Oberösterreich wurde am 3. November 1906 mit einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Bereits 1899 war der Beschluss zum Schulhausneubau gefallen. Sehr bald jedoch schon erwies sich der sezessionistische Neubau als zu klein, Erweiterungen erfolgten in den Jahren 1926 und 1955. Der markante Bau zeigt somit drei wesentliche Bauphasen des 20. Jahrhunderts.

Der dreigeschossige sezessionistische Bau mit Mittelrisalit und Dreiecksgiebel ist mit dem Errichtungsdatum „1906“ bezeichnet und besitzt einen ornamental gerahmten Eingang mit prachtvoller Querverdachung und Stuckgirlanden. Das Erdgeschoß ist rustiziert, das zweite und dritte Obergeschoß mit gequaderten Lisenen zusammengefasst, welche mit Stuckschlingen und Stuckschleifen enden. Die Fenster sind gerahmt und quer verdacht, am Risalit im ersten Obergeschoss zusätzlich mit einem Dreiecksgiebel verdacht.

Im Zuge der Restaurierung musste der Außenputz, der vor allem beim Ursprungsbau aus 1906 stark beschädigt war, aufwendig saniert werden, um die historische Erscheinung im Originalzustand erhalten zu können. Über eine restauratorische Befunduntersuchung und die Anlegung einer Musterachse konnte das Restaurierziel in mehreren Etappen hinsichtlich der Außenerscheinung festgelegt werden. Somit wurde die bemerkenswerte Architekturfarbigkeit der Bauzeit wieder hergestellt, woran auch die neu hergestellten Holzfenster - entsprechnd historischen Aufnahmen - großen Anteil haben.

Die aufwändige Sanierung steht nun kurz vor dem Abschluss, es darf zuversichtlich davon ausgegangen werden, dass bei einer etwaigen Eröffnungsfeier die Schülerinnen und Schüler der Marktgemeinde Mattighofen mit jahrhundertelanger Brautradition kein Seidel Bier erhalten werden.