SANDlandschaften kartause mauerbach

SANDlandschaften Auswahlkatalog
Die Kartause Mauerbach präsentiert den ersten Auswahlkatalog des Sandkataster Österreichs für die Baudenkmalpflege auf der Denkmalmesse Monumento 2018 in Salzburg.

Nach drei Jahren intensiver Forschung zeigt der nun fertig gestellte Bildband die schönsten 30 Sande Österreichs, ihre geologische Herkunft sowie ihre Geschichte und Verwendung. Von derzeit 140 beprobten und eingelagerten Sanden aus ganz Österreich wurde eine repräsentative Auswahl getroffen, die die beeindruckende Vielfalt der österreichischen Sandlandschaften zeigt. Der handlichen Fotoband setzt auch die Serie der beliebten Sammlungsfolder der Kartause Mauerbach fort und ist ab Februar im Shop oder per Bestellung erhältlich. Eine Veröffentlichung der gesamten Rohdaten aller bearbeiteten Sande ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Hundert Sande sind jedoch bereits auf der Denkmalmesse Monumento als Preview zu sehen.

SANDLANDSCHAFTEN – EIN SANDKATASTER ÖSTERREICHS Sand als Zuschlagstoff zur Herstellung von Putz und Mörtel war und ist im traditionellen wie modernen Bauwesen ein essentielles wie spezifisches Produkt. Umso mehr verwundert es, dass sich weder in der historischen Literatur noch in der Forschung der letzten Jahre eine umfangreiche Auseinandersetzung mit diesem Thema oder gar eine Bestandsaufnahme aller Bausande Österreichs findet. Das Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes in der Kartause Mauerbach startete daher 2015 in Zusammenarbeit mit dem naturwissenschaftlichen Labor der Abteilung Konservierung und Restaurierung und dem Verein zur Förderung der Baudenkmalpflege das Projekt „Sandlandschaften Österreichs“. Erstmals wurden alle relevanten Bausande des Landes, Grubensande, Flusssande und vereinzelt auch Brechsande, in einem Sandkataster erfasst, die Vorkommen beprobt, analysiert und als Datenbank sowie als Schausammlung in der Kartause Mauerbach der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Der Sandkataster umfasst alle österreichischen Bundesländer, wobei nicht nur im Handel erhältliche Sande, sondern auch frei entnehmbare Flusssande bzw. historisch verwendete Abbaustätten dokumentiert werden. Zielsetzung dieser Grundlagenforschung ist es, möglichst viele Informationen über die verwendeten Natursande in Österreich zu gewinnen und für die praktische Anwendung bei der Instandsetzung und Restaurierung historischer Gebäude zur Verfügung zu stellen. Neben den wichtigsten Kenndaten wie Körnung, Farbe und Petrografie bietet der Kataster Angaben zur Herkunft und Verwendung. Jedes Datenblatt beinhaltet auch eine Sieblinie, die Auskunft über die Korngrößenverteilung des Sandes und damit über mögliche Anwendungen gibt. Der Sandkataster dient sowohl als Nachschlagewerk zur Bestimmung von Bestandssanden als auch als Musterbuch für die Rekonstruktion historischer Putze oder Steinergänzungen für Restauratoren und Handwerker. Ergänzende Angaben zur genauen Lage der Sandgruben, darunter in Betrieb befindliche und stillgelegte Gruben, sowie Erhältlichkeit und Bezugsquellen erleichtern die Anwendung. Der Sandkataster umfasst derzeit 132 Sande und bildet die charakteristischen Sandlandschaften Österreichs ab. Durch die Mitwirkung von Handwerkern, Restauratoren und Sandgrubenbesitzern soll die Sammlung kontinuierlich erweitert werden.