Sensationsfund in Klosterkirche Mauerbach

Holzkiste
400 Jahre alte, noch ungeöffnete Schatulle in Klosterkirche Mauerbach freigelegt und am Tag des Denkmals 2017 erstmals präsentiert

Erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde am Tag des Denkmals eine historische Holzkiste, die Archäologinnen bei Grabungen in der Klosterkirche Mauerbach vor wenigen Tagen fanden. Die Truhe ist noch ungeöffnet. Auf der Plakette an der Oberseite der Truhe befinden sich das Datum „3. August 1629“ sowie der Name „Gerlach“ eingraviert – mögliche Hinweise auf den zweiten Stifter der Kartause. Die Truhe verbleibt bis zur Klärung der weiteren Hebung und ihrer Öffnung durch Spezialisten in der Kirche.

 „Auch dieser Fund zeigt, wie wichtig es ist, dass unser kulturelles Erbe für unsere Gegenwart und Zukunft anschaulich verfügbar gemacht wird“, betont BDA-Präsidentin Barbara Neubauer,  begeistert über diese bedeutsame Entdeckung kurz vor dem Tag des Denkmals.

Geheimnisvoller Fund

Im Boden der Kartäuserkirche Mauerbach wurde eine geheimnisvolle Holztruhe gefunden: Die 400 Jahre alte Kiste war unter einer Bodenplatte mit Kreuzsymbol verborgen und wurde unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes von Archäologinnen professionell ergraben.

Seit langem war in den Bodenplatten der Klosterkirche Mauerbach ein geheimnisvolles Kreuzsymbol bekannt, dessen Bedeutung man sich nie wirklich erklären konnte. Im Zuge von Restaurierungsarbeiten der Abteilung für Baudenkmalpflege ergab sich vor kurzem aber die Möglichkeit dieses Rätsel näher untersuchen zu können. Es wurde also mit der Abteilung für  Archäologie vereinbart, an dieser Stelle den Boden zu öffnen und abzugraben.

Es fand sich relativ schnell eine alte Steinplatte, die offenbar seit Jahrhunderten genau unter dem Kreuzsymbol verborgen war und von Mag. Martin Kren aufgrund der Lage in die Entstehungszeit der barocken Klosterkirche datiert werden konnte. Der Zweck dieser Platte und was sich darunter möglicherweise verbergen konnte war völlig ungewiss; die Vermutungen reichten von einem statischen Abschluss des darunter liegenden Pfeilers bis hin zu einer Abdeckung für einen Reliquienschrein. Aufschluss brachte schließlich die nun laufende archäologische Grabung im Zuge derer der Stein vermessen, kartographiert und zum ersten Mal seit 400 Jahren angehoben wurde.

Die Überraschung und Freude der anwesenden Spezialisten des Bundesdenkmalamtes war groß als sich unter der schweren Abdeckung eine ungewöhnlich gut erhaltene dunkle Holzkiste fand, die augenscheinlich seit dem 17. Jahrhundert unberührt im Boden, der bis in die Spätgotik zurück reichenden Kirche lag. Auf einer Plakette an der Oberseite konnte das Datum „3.August 1629“ und der Name „Gerlach“ entziffert werden. Es könnte sich dabei also um die Gebeine des zweiten Stifters der Kartause handeln, die bei der Errichtung der Barockkirche aus der älteren gotischen Unterkirche umgebettet wurden. Auch Urkunden oder andere Quellen zur Geschichte der Kartause Mauerbach könnten  darin enthalten sein. Die Truhe soll nun bis zur Klärung der weiteren Hebung und Öffnung in der der Kirche verbleiben.