Initialzündungen

Archäologie
Foto des Abteiungsleiters am Podium des Fachgesprächs
Als die slowenische Regierung in den frühen 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts beschloss, 250 km Autobahn quer durchs ganze Land und damit auch durch das archäologische Erbe zu bauen, waren zwei Personen für die staatliche Archäologie zuständig, und diese beiden waren auch die einzigen, die von Rechts wegen Prospektionen und Grabungen leiten durften.

Methodik und Lehre waren veraltet, Grabungserfahrung fehlte.

94 Prospektionen und 75 Grabungen später war nichts mehr in der slowenischen Archäologie, wie es vorher gewesen war. Man war in Methodik und Lehre auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, und verfügte - durch eine gesetzliche Verpflichtung, Grabungsbefunde zu veröffentlichen – über 50 Monographien, die eine neue Perspektive auf die Geschichte des Landes eröffneten.

Wie war das möglich geworden? Durch eine Bildungs-Offensive (Studierende wurden auf englische Universitäten geschickt), die Vergabe von Grabungen an Sub-Unternehmer (wodurch private Grabungsfirmen entstanden) und das beherzte Annehmen der riesigen Herausforderung (16 ha, im Fall der größten Grabungsflächen).

Das berichtete Predrag Novaković beim 36. Fachgespräch der Abteilung für Archäologie des BDA zum Thema „Archäologie in der Umweltverträglichkeitsprüfung. Wege zum Erkenntnisgewinn?“ am 24. August 2017 in der Kartause Mauerbach. Sein Beitrag, Berichte von durch UVP-Verfahren angeregte Hochgebirgsarchäologie und nicht zuletzt über die Publikationen wissenschaftlicher und populärer Art, die aus diesen Grabungskampagnen hervorgingen, werden in einem bald erscheinenden Tagungsbericht online nachzulesen sein.