Das ehemalige Herrenhaus Löwenfeld & Hofmann in Linz

Blick auf den Mittelrisalit des Herrenhauses
Die Sanierung des repräsentativen vierflügeligen Hauptbaues des ehemaligen Herrenhauses Löwenfeld & Hofmann in der Dauphinestraße 9 konnte im Frühjahr 2017 beendet werden. Der schon stark ruinöse historistische Prachtbau wurde durch die konzis durchgezogene Sanierung doch noch vor dem Verfall bewahrt. Der detailreiche Außenbau und vor allem die künstlerische Ausstattung des Inneren erfuhren eine sorgfältige Restaurierung.

Einst als Jaukermühle erbaut, gehört die Hausanlage seit 1852 zu der 1838 gegründeten Baumwollspinnerei, der heutigen Linz Textil Holding AG. Der älteste noch erhaltene Trakt geht auf das Jahr 1823 zurück. Südlich wurde ein Gartentrakt im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts errichtet. Der vierflügelige Repräsentationsbau an der Dauphinestraße wurde erst 1881-82 von Ignaz Scheck als neues Herrenhaus in historistischem Stil in den Formen der Neorenaissance errichtet.

Wie es einem noblen Herrenhaus entsprach, wurden die Räume mit dekorativ bemalten Decken, hohen zweiflügeligen Türen und mächtigen Kastenfenstern ausgestattet, wobei die Holzelemente mit gemalten Maserungen veredelt waren. Die Stiegenhäuser bilden durch ihre Gesamtausstattung eigene Kunstwerke.

Dieses Herrenhaus stand nun in den letzten Jahrzehnten leer. Vernachlässigung und Akte des Vandalismus führten zum schnellen Verfall, den ein Befall durch Hausschwamm beschleunigte. Letztendlich entschloss sich der Eigentümer doch zur Sanierung und Rettung des Baues.

Beginnend mit dem Dach wurden die auf dem Dachboden gelagerten Originalgaupen wieder aufgesetzt und auch die Zierspenglereiarbeiten wieder hergestellt. Im Inneren war eine Decke eingestürzt. Die übrigen aber konnten trotz des Hausschwamms erhalten werden. Unter den Übertünchungen waren alle dekorativen Schablonenmalereien in Leimfarbentechnik vorhanden. Diese wurden auf einer darübergelegten festen Schicht wieder in der gleichen Technikrekonstruiert. Die kostbaren freiliegenden Malereien in den Stiegenhäusern erfuhren eine sorgfältige Restaurierung, während die Stiegengeländer und fehlende Fliesen nachbesorgt werden mussten. Die großen Doppeltüren und mächtigen Fenster bestimmen bis heute die Atmosphäre im Inneren. Aufgrund der hohen Kosten musste die Übermalung der Maserungen an den Türen beibehalten werden, der ehemalige leichte Unterschied der Tönung aber wurde im Anstrich simuliert.

Die ebenfalls hochwertigen Nebentrakte, vor allem der südländisch wirkende Gartentrakt, befinden sich derzeit in Restaurierung.