Buchpräsentation am 17. Mai 2017 im Diözesanmuseum St. Pölten

Gruppenbild Buchpräsentation
Günther Buchinger / Elisabeth Oberhaidacher-Herzig / Christina Wais-Wolf: Corpus Vitrearum Medii Aevi Österreich: Die mittelalterlichen Glasgemälde in Niederösterreich (Band V, 2 - 3. Teil)

Der 6. Band des Österreichischen Corpus Vitrearum stellt die Fortsetzung der beiden Teile der bereits 1972 und 2015 erschienenen Corpuswerke zu den mittelalterlichen Glasgemälden in Niederösterreich dar. Im Anschluss an die alphabetisch geordneten Glasmalerei-Standorte Albrechtsberg bis Klosterneuburg und Krenstetten bis Zwettl folgen im 3. Band die niederösterreichischen Sammlungen bezeihungsweise internationale Museen mit niederösterreichischen Beständen.

Als Ort der Buchpräsentation wurde das Diözesanmuseum in St. Pölten gewählt - befindet sich doch hier eine der wichtigsten Sammlungen mittelalterlicher Glasmalerei in Niederösterreich. Museumsdirektor Dr. Wolfgang Huber und die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes Prof. Dr. Barbara Neubauer begrüßten die Gäste. Der Direktor des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Doz. Dr. Werner Telesko und der ehemalige Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung Dr. Andreas Lehne stellten das Corpus Vitrearum in den Kontext der Forschungen der Akademie und in die lange Tradition der Denkmalinventarisation des Bundesdenkmalamtes. Beide Institutionen profitieren von entsprechenden Bestandsaufnahmen für ihre wissenschaftliche und denkmalpflegerische Arbeit.

Die Präsidentin des Corpus Vitrearum Österreich Dr. Elisabeth Oberhaidacher berichtete über die Entstehung des nun vorliegenden Bandes sowie über die wissenschaftlichen Herausforderungen bei der Bearbeitung einer von Umwelteinflüssen und früheren Restaurierungen gefährdeten Kunstgattung. Der Mitautor Dr. Günther Buchinger hielt einen Kurzvortrag über die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den mittelalterlichen Glasgemälden in Niederösterreich, etwa über die Provenienz der Sammlungsbestände, ihre Werkstattzusammenhänge und ihre Stifter. Die Mitautorin Dr. Christina Wais-Wolf brachte mit ihren Worten den Dank der Autorinnen und Autoren für die Hilfestellungen der Sammlungseigentümerinnen und Sammlungseigentümer sowie für die Leistung des großen Teams bei der Produktion des Buches zum Ausdruck. Den ersten Teil der Präsentation beschließend betonte der Diözesanbischof von St. Pölten, seine Exzellenz DDr. Klaus Küng, in einer spontanen Rede die spürbare Liebe der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker zu den von ihnen bearbeiteten Objekten und drückte seine Freude darüber aus.

Im Anschluss begaben sich die Gäste in das Diözesanmuseum, wo Museumsdirektor Dr. Wolfgang Huber durch die Sonderausstellung „1517 – 1717. Von der Reformation zum Hochbarock. Zur Entstehung der niederösterreichischen Sakrallandschaft“ führte; Dr. Günther Buchinger und Dr. Christina Wais-Wolf führten durch die Sammlung mittelalterlicher Glasgemälde. Darunter befindet sich das einzige erhaltene Glasgemälde, das der so genannten Donauschule zugeordnet werden kann – der hl. Stephanus aus der Pfarrkirche in Eggenburg, der auch das Cover des neuen Bandes ziert. Aus nächster Nähe konnten die Glasgemälde in ihrer hohen Qualität bewundert und ihr künstlerischer Hintergrund in Erfahrung gebracht werden. Das Diözesanmuseum St. Pölten hat überdies die Präsentation des Buches zum Anlass genommen, einige bisher im Depot verwahrte Glasgemälde in die Dauerausstellung zu integrieren – diese können zu den Öffnungszeiten besichtigt werden.