Das Verlies der Burg Feistritz am Wechsel

historischer Aufzug
Im Zuge der laufenden Maßnahmen wurde kürzlich eine im so genannten Verlies der Burg eingebaute Aufzugsanlage des frühen 19. Jahrhunderts restauriert und damit für die Nachwelt erhalten: Als Höhepunkt privater gesellschaftlicher Feierlichkeiten des Burgherrn und seiner Gäste konnten mit Hilfe eines an einer Kette befestigten, eisernen Käfigs als Gefangene verkleidete Schauspieler aus einem Kellerraum der Burg heraufgezogen werden.

Die mächtige, hoch über dem Ort Feistritz am Wechsel thronende Burganlage mit ihrem englischen Landschaftsgarten ist seit vielen Jahren ein Veranstaltungsort besonderer Kulturevents im südlichen Niederösterreich.

Im 12. Jahrhundert gegründet, wurde der Kernbau bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein immer wieder durch Errichtung neuer Gebäudeteile verändert und erweitert.

Besonders prägend für die Baugeschichte der Burg und ihre direkte Umgebung waren Umbauten im Stil des romantischen Historismus, die Josef Freiherr Dietrich von Dietrichsberg, ein Wiener Fuhrwerksgroßunternehmer, Armeelieferant und Theaterliebhaber, als neuer Eigentümer der Burg ab 1815 tätigte.

In diese Zeit etwa fallen die Anlage des weitläufigen Burg- beziehungsweise Landschaftsgartens mit künstlichem Teich, Wasserfall, Grotte, neugotischem Pavillon und Figurengruppen, der Bau der heute für Veranstaltungen genutzten, möglicherweise dem Architekten Josef Kornhäusel zuschreibbaren Reithalle, der Einbau eines Rittersaales im Stil der Neogotik sowie die Einrichtung eines frühen Beispiels eines für Privatzwecke genutzten Schlosstheaters.

Von Dietrichsberg war Mitglied des Ordens der „Ritterschaft der Wildensteiner auf Blauer Erde“. Als von den romantischen Ideen seiner Zeit besonders geprägter Mensch nützte von Dietrichsberg jede Gelegenheit zur Inszenierung seiner Feistritzer Besitzung als mittelalterliche Burganlage etwa zur Abhaltung von Ritterspielen oder zur Aufführung imaginierter, theatralischer Handlungen.

Im Zuge laufender Restaurierungen wurde kürzlich auch eine in einem als Verlies inszenierten Raum eingebaute Aufzugsanlage einer Restaurierung unterzogen: Mittels eines an einer Kette aufgehängten, eisernen Käfigs konnten Gefangene mimende Schauspieler im Zuge inszenierter Handlungen aus einem im Untergeschoß des nördlichen Rundturms der Burg befindlichen Raum in die Mitte der Teilnehmenden und Akteure gezogen werden. Die Wände des eingewölbten Raums zieren rundherum malerische Abbildungen von Gestalten, die den historischen Kontext illustrieren sollen.