Trafostation in Graz als Cafe und Bar

275877119.jpg
– eine andere Möglichkeit der Energieversorgung.

Der Bau von 1903/04 dokumentiert in prägnanter Weise die Frühzeit der Elektrizitätsversorgung im Grazer Raum. Zu den Hauptabnehmern des Stroms zählte von Anfang an die Brauerei Puntigam. In diesem Zusammenhang entstand auch im Bereich der Brauerei dieses Transformator-Gebäude. Der historistische, mit neoromanischen Stilelementen ausgestattete Bau ist annähernd quadratisch. Um das Gebäude vor Wassereinbrüchen zu schützen kam es auf einen relativ hohen Sockel zu stehen. Die Wände sind durch eine an der Nordseite noch vollständig erhaltene Lisenengliederung in einzelne Felder geteilt. Besonders reich ausgestattet sind die Gesimse. Die Turmachsen und Turmaufsätze schmücken Blendbögen, zum Teil mit runden Fensteröffnungen. Die vier Turmaufsätze verleihen dem technischen „Kleindenkmal“ einen wehrhaften bzw. sakralen Charakter. Diese architektonische „Sakralisierung der Technik“, wie es in der Fachliteratur formuliert ist, zeigt deutlich die Bedeutung, die man der fortschrittlichen Technologie der Elektrizität zur Entstehungszeit zumaß. Der Trafo sollte durch einen Glassturz überbaut und in ein neu auf dem Areal errichtetes Einkaufszentrum integriert werden. Das Projekt wurde auf Empfehlung des Bundesdenkmalamtes abgeändert und der Trafo in seiner Bedeutung als Solitärbau aufgewertet. Er steht jetzt in zentraler Lage und ist an drei Seiten mit einer Holzterrasse umgeben. Das Sichtziegelmauerwerk wurde gereinigt und gefestigt. Der Putz ist in Kalktechnik gearbeitet und der Anstrich erfolgte freskal mit einem hellen Ockerton. Im Inneren wurden die ursprünglichen E-Installationen des Trafos erhalten. Der Umbau zu einem Lokal verlief erfolgreich, es avancierte mittlerweile zu einem gastronomischen Treffpunkt im Süden von Graz .