Die Maultrommelschmiede in Molln, OÖ

Fassadendetail mit Blick auf ein Holzkastenfenster mit dem neu angefertigten Außenfenster.
Das Hoisn-Haus am Ortsrand von Molln zählte einst zu den größten Mollner Maultrommelschmieden. Zum Hören gibts die Mollner Maultrommler hier ....

Inmitten eines alten Obstbaumbestandes liegt das typologisch hoch interessante und gut erhaltene so genannte Hoisn-Haus. Eine erstmalige urkundliche Erwähnung findet das Gebäude 1615. Auf diese Zeit geht auch die Grundsubstanz des Hauses zurück. Im Theresianischen Gültbuch von 1790 findet sich eine weitere Erwähnung. Seit 1791 sind Maultrommelmacher im Haus nachweisbar. Die Schmiede war bis 1971 in Betrieb und bis vor wenigen Jahren bewohnt. Das ursprüngliche Haus war wesentlich kleiner, die heutige Ausdehnung entstand wohl in der Zeit der Hochkonjunktur der Maultrommelerzeugung im ausgehenden 18. und dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts mit nur geringen Veränderungen aus späterer Zeit.

Im Herbst 2006 begann der ortsansässige Verein „Freunde des Hoisn-Hauses“ mit der Instandsetzung des Denkmals. Fachkundig betreut von Ing. Andrea Gruber, einer Absolventin des Kollegs für Revitalisierung in Krems, überzeugt das Ergebnis rundum.

Im Haus soll „das Leben der Maultrommelschmiede von damals“ authentisch vermittelt werden, und Besucher sind eingeladen, den Kräutergarten zu entdecken und im alten Baumgarten zu entspannen. Ein Großteil der Dachfläche wurde für die Erneuerung der Dachlattung und Ausbesserungsarbeiten im Dachstuhl abgedeckt. Durch die Bereitstellung gebrauchter „Wiener Taschen“ sowie die Vermörtelung der Firstreiter konnte das historische Erscheinungsbild wieder hergestellt werden. Im Inneren erfolgte die Freilegung, Sicherung und Restaurierung einer historischen Stuckdecke. Verputz- und Ausbesserungsarbeiten in den übrigen Räumen erfolgten ausschließlich mit Kalkmörtel. Die bestehenden Fenster wurden soweit wie möglich erhalten, fehlende Winterfenster wurden originalgetreu nachgebaut. Derzeit erfolgt die Restaurierung der Fassade in Kalkputztechnik. Der hierfür verwendete Sumpfkalk stammt aus dem örtlichen historischen Kalkofen.

Molln ist die einzige Produktionsstätte für Maultrommeln in Österreich und gehört europaweit zu den bedeutendsten ihrer Art, weshalb die Erhaltung der ehemaligen Schmiede im Hoisn-Haus sozialhistorisch und kulturell von regionaler und überregionaler Bedeutung ist.