Univ.-Prof. Dr. Hannsjörg Ubl (1935 – 2021)

Archäologie
Vortrag
Die Archäologie am Bundesdenkmalamt hat einen ihrer prominentesten Vertreter verloren: Hannsjörg Ubl ist am 19. April im 86. Lebensjahr unerwartet verstorben.

1935 in Wien geboren studierte Ubl Architektur, Klassische Archäologie und Alte Geschichte und war anschließend für verschiedene Architekturbüros tätig, ehe er 1970 ins Bundesdenkmalamt wechselte und als Universitätsdozent für Provinzialrömische Archäologie an der Universität Wien lehrte.

Wie behalten ihn seine Kolleginnen in Erinnerung:
Im letzten Telefonat war „unser Ubl“ unternehmend, lustig und streitbar wie immer. Und wie immer voller Ideen, für Fachliches, für ein Treffen mit Freunden, bei einem Glas Wein in der Steiermark, beim eigenen Wein der Familie in Kritzendorf oder einfach im zauberhaften Südtiroler Ansitz Sonnegg, in dem Ubl in seiner riesigen Bibliothek, im Garten und „im Holz“ arbeitete. „Ein wirklich charmanter Polterer“, „Ubl allein war der Grund, eine Tagung zu besuchen“. Seine Kollegen „Ein liebevoller Mensch“, „eine einzigartige Gabe geschichtliche Zusammenhänge zu erklären und technische Abläufe darzustellen“.

Geschichte, Militär, Römer, Epigraphik, Ausgrabung, Bautechnik, Restaurierung, Museen, universitäre Würden und Aufgaben und ein ganzer Schwarm von Schülerinnen und Schülern, die heute vielfach die Archäologie und Denkmalpflege in Österreich machen. Lauriacum, der Donaulimes in Österreich, Kirchenarchäologie. Das alles war er.

Die in Oxford zu seinem 85. Geburtstag erschienene Festschrift hat Fachleute aus zehn Ländern zusammengebracht. Die Archäologie am Bundesdenkmalamt hat einen ihrer prominentesten Vertreter verloren, der es wie kaum jemand verstand, Praxis, Forschung und Lehre zusammenzuhalten – und der sich nie für eine Arbeit zu schade war, und sei es fürs Mörtelmischen in der römischen Villa von Löffelbach (Steiermark). Es wird uns etwas fehlen.

Bernhard Hebert