Die Kadischen oder Archäologie am Tscheltschenigkogel in Kärnten

eine Gruppe von Männern steht vor einer Mauer

Mehr als viertausend Jahre Nutzungs- und Siedlungsgeschichte, Funde aus Aufsammlungen und aus Grabungen seit 1934 – die reiche Geschichte der Kadischen (auch: Tscheltschenigkogel), eines Ausläufers des Dobratsch über Warmbad Villach, wurde in einem vom Bundesdenkmalamt geförderten Projekt untersucht, erforscht und veröffentlicht.

Dieser Berg hat alles: Schroffe Klippen, darin mehrere fundreiche Höhlen. Sanfte Hänge auf der anderen Seite, in der Urzeit schon terrassiert. Eine sichtbare, an einem Wanderweg gelegene Wehranlage mit Bastionen. Brandopferplätze. Eine frühchristliche Kirche. Und die hallstattzeitlichen Hügelgräber auf der Napoleonswiese.

Bis ins Endneolithikum, in die Kupferzeit, gehen die Funde auf der Kadischen zurück. Der Schwerpunkt der Besiedlung lag aber in der Latènezeit, also in der Eisenzeit vor der römischen Besetzung; damals wurde auch die am Westhang des Berges gelegene Durezza-Höhle genutzt, als Brandopferplatz? Als Ort für Sonderbestattungen? Genau weiß man es nicht, aber man hat 138 menschliche Skelette dort gefunden.

Aus der Kaiserzeit stammt ein Gebäude, das schon in der Grabung in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgedeckt wurde und das als Bad interpretiert werden kann.

Aus der Spätantike stammen die beiden Befestigungsanlagen der Kadischen, eine im Westen, eine im Osten, und die frühchristliche Kirche extra muros, wohl eine Friedhofskirche.

Die Grabungen der 1930er Jahr und mehrere örtliche Sammlungen wurden von einem mehrköpfigen ExpertInnenteam gesichtet, ausgewertet und teilweise neu interpretiert. In „Neues aus Alt-Villach“, in den Bänden 56 und 57 des Jahrbuchs des Stadtmuseums, wurden die Ergebnisse publiziert.

Ermöglicht wurden die aktuellen Forschungen durch die Generosität der Grundeigentümer der Kadischen, der Familie Dr. Lukeschitsch, die auch die Grabungen der 1930er Jahre ermöglicht hatte und bis heute den Großteil des Fundmaterials aufbewahrt.