Café Grünhübl in Judenburg (Steiermark)

SteiermarkDenkmalforschung
mehrere bunte Glasscheiben mit Frauendarstellungen
Eines der letzten Cafés und Bars mit originaler Innenausstattung der 1950er Jahre in der Steiermark.

Die Unterschutzstellungen des Bundesdenkmalamtes erfolgen planmäßig nach einem jährlichen Prüfprogramm. Vor allem in den letzten Jahren bildete dabei die Architektur der Nachkriegsmoderne einen von mehreren Schwerpunkten. Entsprechend wurde auch das Café Grünhübl in Judenburg auf seine Denkmalqualitäten geprüft und kürzlich der Unterschutzstellungsbescheid erlassen. Das Café ist nach dem Judenburger Ortsteil Grünhübl benannt, wo sich einst auch die „Brauerei Grünhübl“ befand.

Das nun denkmalgeschützte Interieur des Cafés entstand Mitte der 1950er Jahre durch den Architekten Max Pekoll gemeinsam mit seinem Freund dem Holzschnitzer und Bildhauer Leo Miller, dem Gründer der Radtstädter Kunstkeramik, der für das Café Grünhübl eben die Keramikelemente anfertigte.

Das Interieur des Cafés ist gekennzeichnet von den geschwungenen Formen der 1950er Jahren, die sich etwa an der Theke oder den Bänken wiederfinden. Neben den architektonischen Formen der 1950er Jahre fallen besonders die aufwendig ornamental gestalteten, indirekt beleuchteten, Keramiken auf, etwa an der Theke mit dem steirischen Panther und dem Judenburger Wappen sowie zwei tanzende Pärchen und dem Portrait der Bauherren versehen oder der Lichtsäule mit Szenen der Mythologie (Faune, Nymphen, Bacchus), die Assoziationen zur Atmosphäre des nächtlichen Barbetriebs erwecken. Neben den Deckenleuchten und der Uhr stammen die Tische und selbst die Barhocker noch aus der Bauzeit.

Die beachtliche Ausstattung des Café Grünhübl zählt zu einen der letzten erhaltenen Interieurs von Cafés und Bars der 1950er Jahre in der Steiermark. Eine Besonderheit stellt dabei die künstlerische Ausgestaltung mit Keramikelementen dar, die so wohl kaum in einem weiteren Café in Österreich anzutreffen ist.