"Schöne Kirche"

Mehrere Personen reinigen eine Kirche
Pflegehandbuch für kirchliches Kunst- und Kulturgut.

Das Pflegehandbuch „Schöne Kirche. Handbuch zur Pflege kirchlicher Kunst- und Kulturgüter“ bietet erstmals bundesweit einheitlich praktische und anschauliche Tipps und Handreichungen für den fachgerechten Umgang mit dem Kirchenraum und der Architektur sowie mit Kunstobjekten und liturgischen Geräten.

Auf 184 Seiten wird reich bebildert erklärt, worauf bei der denkmalgerechten Pflege zu achten ist. Dabei geht es nicht nur um die Reinigung der Objekte, sondern auch um Raumklima, richtiges Lüften und Heizen oder um die Vorbeugung und Kontrolle von Schädlingen. Die fachgerechte Lagerung von Krippen und Fastentüchern sowie Blumen- und Kirchenschmuck werden ebenso thematisiert wie Sicherheit und Richtlinien für Veranstaltungen. Eine Checkliste zum Kontrollgang von Kirchengebäuden ergänzt dieses Handbuch.

Zielgruppe sind in erster Linie die 25.000, fast durchwegs ehrenamtlich tätigen Mesnerinnen und Mesner in Österreich, weiters Pfarrer, Sakristane, Kirchenreinigende und Wirtschaftsverantwortliche. Es soll in allen Sakristeien oder Pfarrbüros griffbereit sein.

Herausgeberin ist die "Arbeitsgemeinschaft der Kirchlichen KonservatorInnen Österreichs" im Auftrag der Bischofskonferenz und der Ordensgemeinschaften. Mitwirkende waren auch die diözesanen Bauämter, die Mesnergemeinschaft und das Bundesdenkmalamt.

Erstmals präsentiert wurde das Handbuch im Rahmen der "MONUMENTO Salzburg", der internationalen Messe für Kulturerbe und Denkmalpflege. Der Präsident des Bundesdenkmalamtes Christoph Bazil dankte dabei den unzähligen Freiwilligen, die sich tagtäglich um den Erhalt der wertvollen Kulturgüter bemühen. Immerhin sind von 38.000 denkmalgeschützten Gebäuden österreichweit ein Drittel in kirchlicher Hand und „Denkmale sollen auch ein ‚Gebrauchsgegenstand‘ im Alltag sein!“, so Bazil.

Das Bundesdenkmalamt hat die Entstehung des Handbuches fachmännisch begleitet. Die sorgsame Pflege und Wartung stellt ja ein grundsätzliches und zentrales Anliegen der Denkmalpflege dar. Sie ist eine Basis für die vorausschauende Erhaltung der Denkmale. In einem weiterführenden Sinne hat die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes in verschiedenen Pilotprojekten Monitoringprogramme für verschiedene Kunstgattungen entwickelt. Dies erfolgte bislang etwa für mittelalterliche Wandmalereien, Flügelaltäre und großformatige Textilien wie etwa Fastenbehänge und soll jetzt beispielsweise für Glasmalereien fortgesetzt werden. Dabei wird durch Fachrestauratorinnen und Fachrestauratoren der aktuelle Erhaltungszustand erhoben und Schlussfolgerungen für punktuelle konservatorische Sicherungs- oder Nachsorgemaßnahmen gezogen, die eine stabile Erhaltung gewährleisten sollen.

Das Buch ist im Fachhandel und über den Diözesanmuseumsverlag Graz erhältlich.