(Römische) Sommerfrische am Attersee.

Modell der Villa
Teile des größten Römermosaiks Oberösterreichs konnten nun in Weyregg freigelegt werden.

Die römische Villa in Weyregg am Attersee, riesig, mit Mosaikfußböden und Wandmalereien luxuriös ausgestattet, ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt und steht unter Denkmalschutz. Vor über 1800 Jahren ließ sich hier eine besonders reiche, römische Familie eine Luxusvilla mit Seeblick errichten. Diese bestand aus einem ausgedehnten Hauptgebäudekomplex, einem weiteren luxuriös ausgestatteten kleineren Gebäude sowie einem Wirtschaftshof mit mindestens zwei Nebengebäuden. Im Laufe der über 250-jährigen Forschungsgeschichte wurden 16 verschiedene Mosaikböden dokumentiert. Die meisten davon sind entweder zerstört oder nach ihrer Freilegung wieder mit Erde bedeckt worden.

Als der neue Eigentümer des Grundstückes, Dr. Anton Stallinger, an Stelle eines Baues aus den 1950er Jahren einen Neubau plante, waren weitere archäologische Untersuchungen notwendig: Bei der aktuell laufenden Ausgrabung der Universität Salzburg und der OÖ Landes-Kultur GmbH unter Leitung von Dr. Felix Lang und Dr. Stefan Traxler wurden nun Teile eines hervorragend erhaltenen Mosaiks, Reste von Wandmalerei sowie Teile von Fußboden- und Wandheizungen freigelegt.

Faszinierend sind der unglaubliche Erhaltungszustand des mit einfachen geometrischen Mustern dekorierten Mosaikbodens und seine einstige Größe. Die ZAMG Archaeo Prospections führte 2015 bis 2017 im Auftrag des Heimatvereins Attergau eine geophysikalische Prospektion der Villa durch: Das Mosaik hatte eine Ausdehnung von mehr als 110 Quadratmetern und man kann davon ausgehen, dass auch der andere Teil des Bodens der 31 Meter langen Wandelhalle noch weitgehend intakt unter der Erde erhalten ist.

Von diesem mit Abstand größten Römermosaik in Oberösterreich wurde etwa ein Viertel freigelegt – und es ist dem Eigentümer zu danken, dass diese bedeutenden Baubefunde des römischen Landgutes nun an Ort und Stelle gesichert werden können, denn er änderte sein Bauvorhaben zugunsten dieses sensationellen römischen Fundes.

Das Oberösterreichische Landesmuseum ließ durch 7Reasons eine 3D-Visualisierung des Hauptgebäudekomplexes auf Grundlage der geophysikalischen Messungen erstellen. Ein 3D-Druck davon, und Teile von früher gefundenen Mosaikböden, sind im Gemeindeamt Weyregg zu besichtigen.

Das Bundesdenkmalamt unterstützt das Projekt nicht nur durch fachliche Expertisen, sondern sorgt auch durch maßgebliche Fördermittel für den dauerhaften Erhalt dieses bedeutenden Bodendenkmals.

Live-Stream zur Pressekonferenz:
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