Präsentation der ESPON Studie am 30. Oktober 2019 im Bundesdenkmalamt

Vier Männer und zwei Frauen stehen nebeneinander in einem Vortragssaal, zwei der Männer halten Bücher in ihren Händen
ESPON Study on “The Material Cultural Heritage as a Strategic Territorial Development Resource: Mapping Impacts Through a Set of Common European Socio-economic Indicators”

Die ESPON Studie

Die von ESPON in Auftrag gegebene internationale Studie beschäftigt sich mit der Frage der Auswirkungen des materiellen kulturellen Erbes auf die Wirtschaft. Dazu wurden die Jahre 2013 bis 2017 in elf europäischen Ländern bzw. Regionen (Brüssel, Flandern, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei und Slowenien) beleuchtet und die Auswirkungen in den Bereichen Archäologie, Architektur, Museen/Bibliotheken/Archiven, Tourismus, Bauwirtschaft, Immobilienmarkt und Versicherungswesen betrachtet. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden in Form von Beschäftigung, Umsatz und Bruttowertschöpfung zahlenmäßig ausgedrückt. Ziel der Studie war es Indikatoren zu schaffen, die in Folge laufend überprüft und verglichen werden können. Österreich war durch das Bundesdenkmalamt als Teilnehmer vertreten.

Methode und Aufbau der Studie

Nach einer Einführung (Kapitel 1) wird das Theoriegebäude der Studie erläutert (Kapitel 2). Grundlage bilden dabei eine gemeinsame operative Definition des materiellen kulturellen Erbes sowie die Verwendung der Wertkettemethode. Nach einer kurzen Beschreibung der Methode (Kapitel 3) findet sich der Hauptteil mit der Analyse der Daten und der Präsentation der Ergebnisse dieser Studie im Detail. Im letzten Kapitel werden schließlich Empfehlungen abgebeben, wie Daten besser aufgearbeitet oder gesammelt werden können. Und es werden die wesentlichen Ergebnisse nochmals gemeinsam präsentiert.

Fazit der Studie

Ziel der Studie war es erstmalig Zahlenmaterial zur Bewertung der Einflussfaktoren aufzubereiten und so eine Messlatte für die weitere Entwicklung zu setzen. Die Key Message der Studie ist, dass die Baudenkmalpflege sehr positive Auswirkungen auf die untersuchten Branchen hat. In Österreich verzeichnet der Tourismus einen Umsatz von 8,15 Milliarden Euro bei einer Bruttowertschöpfung von 4,05 Milliarden Euro und rund 81.000 Beschäftigten. Die Studie hat gezeigt, dass das kulturelle Erbe für eine erhebliche Anzahl an Touristinnen und Touristen den Reisegrund darstellt. Der Umsatzanteil der Bauwirtschaft beträgt 27,8%. Generell ist zu sagen, dass Österreich in allen Bereichen positive Effekte durch die Denkmalpflege verzeichnen kann.

Präsentation der Studie

Zur Präsentation der Studie am 30. Oktober 2019 im Ahnennsaal der Hofburg begrüßten der Präsident des Bundesdenkmalamtes Dr. Christoph Bazil sowie der Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung Dr. Paul Mahringer, der die österreichischen Ergebnisse reflektierte, Terje Nypan und Christin Krohn (beide Directorate for Cultural Heritage Norwegen), Christine Vanhoutte (Heritage Agency Flandern) und Zintis Hermansons (Espon), die über die Aufbereitung der Studie und des Zahlenmaterials sprachen und eine Aussicht auf die nächsten Schritte anhand der Studie gaben.

Kontakt:

Dr. Paul Mahringer

Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung

Bundesdenkmalamt

1010 Wien, Hofburg, Säulenstiege

bda.gv.at