Restaurierung der Dreifaltigkeitssäule in Linz

Oberösterreich
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Die Dreifaltigkeitssäule prägt das Stadtbild und zählt heute zu den populärsten Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt von Oberösterreich. Jetzt wird sie restauriert.

Vom Fortbestand der Arbeiten an der Dreifaltigkeitssäule, einem bekannten Linzer Wahrzeichen, überzeugten sich Bürgermeister Klaus Luger, Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer und Sparkassen-Generaldirektor Dr. Michael Rockenschaub sowie die Leiterin der Abteilung für Oberösterreich des Bundesdenkmalamtes Mag. Petra Weiss persönlich vor Ort.

Im Sommer konnte die Steinrestaurierung in Angriff genommen werden. Als erste Maßnahme erfolgte die Reinigung von losen Schmutzauflagen, wie biogene Besiedelung, Entfernung von Taubennestern und losen Ergänzungsmaterialien. Zusätzlich wurden desolate Ergänzungen im Stein und in den Fugen entfernt und geöffnet. Dabei zeigten sich Schwierigkeiten im Bestand der Wolken mit Putti. Einzelne Teile drohten bereits herabzufallen. Bei der ursprünglichen Befestigung (Armierung), bestehend aus Vierkanteisen, wurde nach dem Öffnen von Fugen ersichtlich, dass die Eisen zu einem früheren Zeitpunkt durchtrennt worden sind. Dies müsste im Zuge von Sicherungsmaßnahmen während des Zweiten Weltkrieges passiert sein, als alle Schmuckteile von der Säule abgenommen wurden. Eine Haftung der Einzelteile (teilweise bis zu 20 Kilogramm und mehr) war nur mehr durch die vorhandenen Fugen gegeben. Durch offenstehende und gerissene Fugen kam es folglich auch zum vermehrten Eindringen von Wasser und somit zur Korrosion der Eisenteile. Die Expansion durch entstehenden Rost führte auch zu Rissen in einzelnen Steinteilen.

„Die Restauratorinnen und Restauratoren leisten großartige denkmalpflegerische Arbeit bei der Wiederherstellung dieses barocken Kunstwerkes am Linzer Hauptplatz", zeigt sich Petra Weiss vom Bundesdenkmalamt erfreut über den Fortschritt der Restaurierung.

Als ein weiterer Reinigungsschritt kam eine schonende Nass-Strahltechnik zur Anwendung, welche ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielte. Die Inschriften und vereinzelte Abschnitte an der Wolken-Säule zeigten leichte Rinnspuren, die nun mechanisch und chemisch mittels Freilegepinsel und Ethanol reduziert werden. Fehlstellen und Fugen werden mittels mineralischer Ergänzungsmasse geschlossen; diese muss jedoch dem polierfähigen Kalkstein, dem Untersberger „Marmor“, genau angepasst werden. Fehlende Elemente, wie etwa Finger und Zehen, sowie stark verwitterte Teile werden in Stein ergänzt, um ein geschlossenes Erscheinungsbild zu erreichen.