Workshop 1: „Sichtbare Spuren“ – ein militärhistorischer Bummel vom Stephansdom zum Schottentor

ein Mann mit Hut steht vor dem Stephansdom und spricht zu einer Gruppe von Schülern

Den Auftakt der diesjährigen Kreativwoche bildete ein spannender Rundgang durch den ersten Bezirk, auf den Spuren von 2000 Jahren Garnisonsstadt in Wien. Österreichs Bundeshauptstadt ist bekanntlich auf den Überresten eines Militärlagers errichtet, das so manche spannende Geschichte vom Leben der Soldaten der römischen Legionen zu bieten hat.

Die Spuren der militärischen Entwicklung Wiens reichen bis in die Gegenwart und so ist es nicht verwunderlich, dass der Militärhistoriker Rolf M. Urrisk-Obertyński auch zu den Ereignissen rund um den Brand des Wiener Stephansdomes im April 1945 viele Details zu erzählen wusste. So erfuhren die Jugendlichen beispielsweise, warum an der Fassade des Domes eine in kyrillischer Schrift abgefasste Inschrift zu finden ist: Es handelt sich um den Hinweis eines sowjetischen Soldaten, der den nachfolgenden Truppen auf diese Weise mitteilt, dass das Innere des Domes auf mögliche Sprengfallen und feindliche Truppen untersucht wurde und mittlerweile gefahrlos betreten werden kann.

Eine willkommene Abwechslung – auch bedingt durch die extreme sommerliche Hitze, die an diesem Tag herrschte – bildeten die Besuche in einigen der tiefen Kelleranlagen der Innenstadt, etwa in der Weinhandlung „Haas und Haas“ oder im Trachtenmodengeschäft von Gesine „Gexi“ Tostmann in der Schottengasse. Auch hier wusste der Militärhistoriker spannende Details zu erzählen was die Nutzung dieser Anlagen während der Zeit der Türkenbelagerung oder als Luftschutzkeller in der Zeit des Zweiten Weltkriegs betraf.

Ein relativ neues Denkmal, das erst im Jahr 2018 enthüllt wurde, befindet sich auf Privatgrund vor der Mauer der ehemaligen Mölker Bastei: Hier wird der so genannten „Trümmerfrauen“ gedacht, die sich unermüdlich am Wiederaufbau der stark bombardierten Stadt beteiligt haben.