Fachgespräch zur Restaurierung von Fassungen und Vergoldungen in der Denkmalpflege.

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Am 5. Juni 2019 fand ein ganztägiges Fachgespräch zum Themenbereich „Restaurierung von Fassungen und Vergoldungen in der Denkmalpflege“ statt, das von Bundeskanzleramt und Bundesdenkmalamt gemeinsam veranstaltet wurde. Fachvorträge zu den Schwerpunkten Grundlagen, Projekte, Ausbildungssituation und DenkmaleigentümerInnen lieferten eine Basis für fundierten Meinungsaustausch der zahlreich erschienenen VertreterInnen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, die in der Denkmalpflege tätig sind.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von BDA-Präsident Dr. Christoph Bazil, dann übernahm Dr. Bernd Vollmar, langjähriger Leiter der Abteilung für Praktische Denkmalpflege des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, die Moderation und widmete seinen Vortrag der „Authentizität im Spannungsfeld der praktischen Denkmalpflege“. Mag. Michael Vigl diskutierte „Restaurierziele und Restaurierprozesse für Fassungen und Vergoldungen“.

Nach der Präsentation einiger Referenzprojekte aus dem Bereich der praktischen Denkmalpflege, wie etwa die Restaurierung der Fürstenzimmer auf der Festung Hohensalzburg durch Mag. Elisabeth Scheel, „Firnisüberzüge auf Vergoldungen und Fassungen“ durch Dipl.-Ing. Dr. Robert Linke oder das Vorzeigeprojekt „Stadtpalais Liechtenstein in Wien“ durch Architekt Manfred Wehdorn wurde auch der „Umgang mit historischen Goldoberflächen“ von Wieland Hoffinger, Bundesberufsgruppensprecher der Vergolder und Staffierer Österreichs, erörtert.

Die universitäre Ausbildungssituation in Österreich beleuchteten Univ.Prof. Mag. Dr. Gabriela Krist (Universität für angewandte Kunst) und Univ.Prof. Mag. Dipl.-Ing. Wolfgang Baatz (Akademie der bildenden Künste); die Aspekte des Vergolderhandwerks in der Gegenwart stellte Mag. Maria Walcher vor (Expertin für immaterielles Kulturerbe bei der Österreichischen UNESCO-Kommission). Die Situation der DenkmaleigentümerInnen verdeutlichten Diözesankonservatorin Mag. Elena Holzhausen und Burghauptmann Mag. Reinhold Sahl.

Die fachlich profilierten und zum Teil auch kontroversiellen Beiträge führten zu einem Austausch der unterschiedlichen Sichtweisen und Standpunkte auf dem Feld der Denkmalpflege und der Restaurierung. Der Wille zur künftigen Zusammenarbeit in diesem für die Denkmalpflege so wichtigen Gebiet wurde einhellig bekundet und einte auch die mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgesprächs.

BDA-Präsident Bazil betonte zusammenfassend, dass die Bewahrung unseres kulturellen Erbes nur durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Respekt zwischen Denkmalpflege, tradiertem Handwerk und Restaurierungswissenschaften gelingen kann. Fachdirektor Dr. Bernd Euler-Rolle wies darauf hin, dass dieser Dialog im Herbst mit einer weiteren Veranstaltung seine Fortsetzung finden wird.