Burgruine Hochkraig (Kärnten) - das Hakenkreuz wurde unkenntlich gemacht

eine verfallener Turm einer Burg mit einem aufgemalten weißen Fensterkreuz
Das Hakenkreuz auf der Burgruine Hochkraig in Kärnten, das in den letzten Jahren Gegenstand medialer Berichterstattung war, wurde unkenntlich gemacht! Im Rahmen einer Sicherung des mittelalterlichen Bergfriedes durch das Bundesdenkmalamt wurde auch der Problematik des weithin sichtbaren NS-Symbols begegnet.

Wann wurde das Hakenkreuz auf Burg Hochkraig angebracht und warum erfolgte die Entfernung erst jetzt?

Anlässlich des gescheiterten NS-Putsches im Jahr 1934 wurde der mittelalterliche Bergfried der Ruine Hochkraig talseitig mit einem Hakenkreuz beschmiert. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 wurde die Ausbildung eines exakt geformten Hakenkreuzes durch die SA in Auftrag gegeben. Forstarbeiten und Baumschlägerungen vor ca. zehn Jahren ließen den Turm und das Hakenkreuz wieder weithin sichtbar werden. Im Zusammenhang mit der wegen Einsturzgefahr dringend notwendigen Sicherung der Mauerkronen des Bergfrieds erfolgte auch eine Unkenntlichmachung des NS-Symbols, indem man es in gemaltes, weißes Fensterkreuz verwandelte.

Warum wird das Hakenkreuz nicht einfach komplett entfernt?

Die Farbe hat sich mit dem Untergrund, mit den mittelalterlichen Putzen sowie dem Steinmauerwerk so stark verbunden, dass eine zerstörungsfreie Abnahme der Malschicht nicht möglich ist. Das Projektziel war daher nicht die ersatzlose Entfernung des NS-Symbols, weil das einer Tilgung eines Teiles unserer österreichischen Geschichte gleichkäme, sondern es wurde durch ein Zusammenziehen der Haken optisch ein weißes Fensterkreuz geschaffen, um die symbolische und propagandistische Wirkung zu brechen.

Diese Vorgangsweise ist vergleichbar mit anderen nachkriegszeitlichen Übermalungen von Hakenkreuzen, wie etwa der nahe gelegenen Ruine Nußberg, wo das Hakenkreuz schon vor etlichen Jahren in ähnlicher Weise umgestaltet worden ist. Dadurch soll auch künftigen Generationen eine kritische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen der NS-Zeit ermöglicht werden.

Der am Fuße des Bergfrieds befindliche Schriftzug "Heil Hitler" wurde ein einem neutralen Farbton übermalt.

Wie sind die Kosten in Höhe von 95.000 Euro zu erklären?

Wie bereits erwähnt, wurden an der Burgruine Hochkraig - in enger Kooperation mit dem Eigentümer des Objektes - umfangreiche denkmalpflegerische Arbeiten vorgenommen. So wurden etwa dringend erforderliche Sicherungsmaßnahmen an der Mauerkrone des Bergfrieds durchgeführt, um das Baudenkmal in seiner überlieferten Erscheinung zu erhalten. Im Zuge der Maßnahmen konnte auch die gotische Turmstube befundet und damit die mittelalterliche Baugeschichte der Anlage vertieft werden.

Die Kosten in Höhe von rund 95.000 Euro wurden aus Bundesmitteln sowie von der Kulturabteilung des Landes Kärnten übernommen.

(Anm.: Der Text dieses Artikels wurde am 26.6.2019 aktualisiert und ergänzt)