LERNORT DENKMAL im Konzentrationslager Mauthausen

eine lange Mauer mit Stacheldraht und Gedenktafeln im Konzentrationslager Mauthausen
Drei Klassen des Bundesrealgymnasiums Linzer Straße (Wien, 14. Bezirk) besuchten im Rahmen des Kulturvermittlungsprogramms LERNORT DENKMAL das Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich.

Es gehört seit Jahrzehnten zum Pflichtprogramm bei Lehrausgänge von Schulen und ist trotzdem mit Sicherheit kein "gewöhnliches" Denkmal in Österreich: Das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen.

In Begleitung ihres Geschichts- und Lateinlehrers besuchten die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen des Bundesrealgymnasiums Linzer Straße die Gedenkstätte des ehemalige Konzentrationslagers in Oberösterreich, nachdem sie zuvor in Workshops auf diesen besonderen Besuch vorbereitet wurden.

Bereits von Weitem sichtbar ist der große Steinbruch mit der sogenannten "Todesstiege", auf der in der Zeit zwischen 1938 und 1945 tausende Gefangene stundenlang jeden Tag schwere Steinblöcke hinauf ins Lager tragen mussten. Sie waren dabei unvorstellbaren Misshandlungen und Demütigungen der sadistischen Wachmannschaften der SS schutzlos ausgeliefert. Viele Gefangene verloren dabei ihr Leben, weil sie von den steilen Klippen gestürzt wurden oder weil sie aufgrund der schikanösen Zwangsarbeit qualvoll an Erschöpfung starben. Mauthausen war eines der brutalsten Konzentrationslager des Dritten Reiches, in dem die menschenverachtende Devise "Vernichtung durch Arbeit" mit erschreckender Präzision in die Tat umgesetzt wurde.

Der Lagerkomplex mit seinen Baracken, Wachtürmen, den mit Stacheldraht besetzten Mauern, den Gaskammern und dem Krematorium ist von immenser Größe und verdeutlicht wie brutal die Machthaber im Nationalsozialismus Menschen aufgrund ihrer Rasse, ihrer Religionszugehörigkeit, ihrer sexuellen Orientierung oder einfach weil sie mutig gegen das Regime gekämpft haben gefoltert und ermordet haben.

Mauthausen ist zweifellos eines der bedeutsamsten Denkmale, die in Österreich existieren. Es ist daher unsere Pflicht, solche Monumente des Schreckens und der Gewalt als mahnendes Zeichen zu erhalten, um zu verdeutlichen, wozu Menschen leider fähig sind, wenn sie nicht rechtzeitig durch engagierte Mitmenschen an der Durchführung ihrer abscheulichen Taten nachhaltig gehindert werden.