Univ.-Prof. Dr. Géza Hajós (1942 – 2019)

Spezialmaterien
Portraitbild von Geza Hajos

Am 14. September 1942 in Budapest geboren, hatte Géza Hajós in seiner Heimatstadt ein Diplomstudium der Geschichte und Kunstgeschichte absolviert, bevor er 1965 nach Österreich kam. Noch im selben Jahr wurde er vom Bundesdenkmalamt, dem er durch seine ganze berufliche Tätigkeit hindurch treu bleiben sollte, im damaligen Institut für Österreichische Kunstforschung mit Inventarisierungsaufgaben betraut; parallel zu dieser beruflichen Tätigkeit absolvierte er an der Universität Wien das Studium der Kunstgeschichte, welches er 1971 beendete.

Er widmete sich verstärkt Fragen der Denkmaltheorie, aber auch des Landschaftsschutzes und der Gartendenkmalpflege, wobei seine einschlägigen Beiträge rasch internationale Anerkennung fanden. 1986 wurde ihm schließlich vom damaligen Präsidenten Sailer die Leitung des neu gegründeten Referats für historische Gartenanlagen übertragen. Hajós übernahm damit eine schwierige und für einen Beamten untypische Aufgabe, fehlten doch zunächst noch die gesetzlichen Grundlagen für ein Tätigwerden des Bundesdenkmalamtes auf diesem Gebiet: Hajós führte unzählige Gespräche, in denen er das Anliegen des Denkmalschutzes für historische Gartenanlagen propagierte, initiierte die Gründung der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten, organisierte internationale Symposien und entfaltete eine reiche publizistische Tätigkeit.

Im Jahr 2000 war es schließlich soweit: Mit der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes und einer damit verbundenen Verfassungsbestimmung wurde die Möglichkeit geschaffen, 56 Park- und Gartenanlagen unter Denkmalschutz zu stellen. Hajós, der über ein weitgespanntes internationales Netzwerk von Fachleuten verfügte, hat Parkpflegewerke (deren Verfassung für die unter Schutz zu stellenden Parkanlagen obligatorisch ist) auch für zahlreiche andere historische Gartenanlagen initiiert und so einen wichtigen Grundstock für die weitere Beratungstätigkeit des Bundesdenkmalamtes geschaffen.

Auch nach seiner Pensionierung im Jahre 2007 blieb Géza Hajós dem Thema treu. Bis 2010 war er Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten, danach Ehrenpräsident dieses Vereins und weiterhin aktives Mitglied im Vorstand. Bis 2007 arbeitete Hajós, der seit 1992 habilitiert war, als Lehrbeauftragter an den Universitäten in Wien und Graz. Ab 1992 war er im wissenschaftlichen Komitee "Kulturlandschaften" von ICOMOS-IFLA International Council on Monuments and Sites aktiv und verfasste Gutachten zur Nominierung historischer Gärten als UNESCO Weltkulturerbe.

Für seine umfangreiche wissenschaftliche Tätigkeit und seinen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Wertschätzung historischer Gartenanlagen wurde ihm 2012 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften der Friedrich Ludwig Sckell Ehrenring verliehen. Ein Jahr später erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte liegen von ihm vor. Verwiesen sei hier auf die erste größere Publikation zur Geschichte der historischen Gärten Österreichs im Jahr 1993: "Historische Gärten in Österreich. Vergessene Gesamtkunstwerke.“