Portlandzement: ein historisch moderner Baustoff

Flugaschenpartikel in historischem Portlandzementmörtel, 1903
Die fortschreitende technologische Entwicklung der Bauindustrie und die sich verändernden architektonisch-bautechnischen Anforderungen führten ab Ende des 19. Jahrhunderts dazu, dass Portlandzement bis heute das meistproduzierte und verwendete hydraulische Bindemittel repräsentiert.

Zahlreiche, unter Denkmalschutz stehende Betonbauten auf dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie legen Zeugnis für die stetig zunehmende Bedeutung dieses Baustoffs ab. Objekte wie z.B. die Stiftskirche Admont (1866-69), die Pfarrkirche Weissenbach a.d. Triesting (1893) oder das Gebäude der Technischen Universität (1903-1907) in Budapest sowie zahlreiche Industriebauten belegen, dass Portlandzement und Beton schon vor der Jahrhundertwende in höchster Qualität hergestellt wurden. Auch das Bundesdenkmalamt ist um die Erhaltung dieser frühen Zeugnisse österreichischer Ingenieurskunst sehr bemüht weshalb im Rahmen eines bilateralen Forschungsprojekts „Frühe Betonbauten in der österreichisch-ungarischen Monarchie“ im Naturwissenschaftlichen Labor zahlreiche Proben dieses damals so innovativen Baustoffs materialtechnologisch untersucht werden. Erst die genaue Kenntnis der chemisch-mineralischen Zusammensetzung, sowie der daraus abgeleiteten physikalischen Eigenschaften von historischen Portlandzementmörteln und Betonen bilden die Grundlage für die Setzung zielgerichteter Pflege- und Restauriermaßnahmen.

Kooperation:

  • Technische Universität Budapest (Institut für Bautechnologie)
  • Verein zur Förderung der Baudenkmalpflege