Gar nichts war schwierig

Blick auf einen Boden mit Gredplatten aus Granit.
Seit 2003 werkt der Steinmetz Leo Fuchs in der Taverne des ehemaligen Löfflergutes mit der schönen Adresse Hinterweißenbach 38 in Vorderweißenbach. Mit Sachverstand, Behutsamkeit und handwerklichem Können hat der Eigentümer fast alle Sanierungsarbeiten selbst durchgeführt. Einem durchschnittlichen Hauseigentümer hätte der Zustand des Anwesens schon die Schweißperlen auf die Stirn getrieben oder ihn überhaupt Reißaus nehmen lassen.

Sanierung - das volle Programm: Herr Fuchs hat die Fundamente verstärkt und dazu einen Betonkranz im Keller betoniert, eine Drainage verlegt, braune Flecken am Innenputz in der Folge eines versotteten Kamins erfolgreich mit frischem Kuhmist (!!) und Sumpfkalk bekämpft. Diesen Materialhinweis lieferten die Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamts. Der Dachstuhl wurde ohne grobe Eingriffe verstärkt, einfach durch Anlaschen neuer Träme. Die Fassade wurde mit Sumpfkalkmörtel ausgebessert und mit Kalkfarbe gestrichen. Herr Fuchs hat die alten Fenster repariert, das Holz an den Rahmen ergänzt und die nicht reparaturfähigen Fenster zerlegt, Beschläge, Trieblinge und Aufspreizstangen wieder verwendet. Überhaupt ist Wieder-Verwenden die Maxime des Eigentümers. Ob es Feldsteine waren, Restholz oder Lehmziegel, die in den Tonnen von Schutt und Gerümpel lagen, alles wurde wieder im Haus verwendet und eingebaut.

Mit Sachverstand und Können: Auf die Frage, was das Schwierigste war, meint der Eigentümer lapidar: „Gar nichts war schwierig. Zwei Jahre habe ich nur ausgeräumt und aufgeräumt und etwa 700 Tonnen Material herausgeschafft.“ „Ich hatte gute Berater, Freunde, die geholfen haben, auch das Denkmalamt stand mit fachlichen Hinweisen zur Seite und lieferte Literaturhinweise. Und wenn etwas erneuert werden musste, wie eine teilweise eingestürzte Holztramdecke, so konnte man ja am Bestand den Aufbau studieren und es einfach wieder so herstellen.“ So einfach also. „Aber die Ausdauer beizubehalten über all die Jahre, das ist schon schwierig gewesen und ohne die kontinuierliche Unterstützung meiner Frau hätte ich es nicht geschafft.“

Tag der offenen Tür: Die Taverne, ein mächtiger zweigeschossiger Bau mit Walmdach, einer Fassade mit übergiebeltem Mittelrisalit, Tonnen- und Platzlgewölbe im Inneren, ist nun fertig. Als Teil des Löfflergutes, vom böhmischen Händler Johann Paul Löffler 1807–1830 erweitert, stammt es aus einer Epoche, in der wirtschaftliche Autarkie für Mühlviertler Höfe lebensnotwendig war. Es scheint, dass diese Lebensform in Leo Fuchs einen Nachfahren gefunden hat. Das Hoftor wird noch eingebaut. Am 18. September ist Tag der offenen Tür – ein Anlass für Würdigung und Freude.