Auf zu neuen Ufern

Ausblick in den Innenhof.
Mit der Nutzung als Seminarhotel wird die Geschichte des ehemaligen Schlosses Niederwesen fortgeschrieben.

Das am südlichen Donauufer situierte Schloss mit seinen Nebengebäuden geht zumindest auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück und war Teil der den Herren von Wesen gehörenden Herrschaft. Die mehrmals umgebaute Schlossanlage erfuhr besonders nach einem Brand 1890 umfangreiche Erneuerungen. Mit der Umnutzung als Brauerei im 20. Jahrhundert erlangte sie vor allem sozialgeschichtliche Bedeutung.

Schließlich erfolgten auch in den Jahren 2006 bis 2008 Adaptierungen, um die Schlossanlage weiter nutzen zu können. Der Verein pro mente Oberösterreich, eine psychosoziale Betreuungseinrichtung, betreibt hier nun ein Seminarhotel. Der Erker sowie das gesamte Obergeschoß des Hauptgebäudes beherbergen die Zimmer des Seminarhotels. Im an den zweigeschoßigen, kreuzgratgewölbten Arkadengang angebauten Wintergarten sind Teile des Restaurants untergebracht. Ein Neubautrakt verbindet das Hauptgebäude mit dem aus der Zeit der Brauereinutzung stammenden Sudhaus, dessen ziegelgemauerter Doppelschlot noch an jene Phase erinnert.

Die Veranstaltungsräume und der stimmungsvolle Innenhof stehen auch der Gemeinde Waldkirchen am Wesen als Kultur- und Veranstaltungsort zur Verfügung. Das Restaurant mit der traumhaft gelegenen Terrasse über der Donau und der Wellnessbereich werden in Zukunft öffentlich zugänglich sein. Dachhaut, Fassade und innere Raumschale der jeweiligen Trakte konnten gemäß dem überlieferten Erscheinungsbild restauriert werden. Die Holzkastenfenster mussten lediglich einer partiellen Ergänzung und Überarbeitung unterzogen werden. Die überlieferten historischen Holzdielenbeläge wurden beibehalten. Innen wie außen kam ausschließlich Kalkputztechnik und Sumpfkalkfärbelung zur Anwendung.

Die Fotokünstlerin Roswitha Samhaber lieferte stimmige Impressionen, als sie die Bauarbeiten mit ihrer Kamera begleitete. Die Eröffnung am 17. Mai 2008 durch Landeshauptmann Dr. Pühringer gestaltete sich zu einem Volksfest, bei dem der gelungene Umbau auch von der Ortsbevölkerung von Wesenufer gewürdigt wurde.