Restaurierung des Portals der k.k. Hof- und Staatsdruckerei

Wien
Panoramaaufnahme des Ecklokal an der runden Gebäudekante mit zentralem Eingang und raumhohen Fenstern zu beiden Seiten
Die Restaurierung des Geschäftsportals von Josef Hoffmann in Wien 1., Seilerstätte 24, konnte dank der Initiative der neuen Eigentümer, der SL-Leasing, in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von BDA und Wiener Altstadterhaltungsfonds durchgeführt werden.

Josef Hoffmann richtete 1907 in dem, 1905/06 nach Plänen von Moritz Ritter von Decastello erbauten, Verwaltungsgebäude ein Geschäftsportal für die k.k. Hof- und Staatsdruckerei in seiner besonderen Formensprache, die auch zum Markenzeichen der Wiener Werkstätte wurde, ein. Wie auch bei anderen Bauaufgaben, etwa dem zeitgleich entstandenen Palais Stoclet in Brüssel, milderte Hoffmann auch hier die strenge Geometrie durch das mehrfache Ein- und Zusammenfassen mittels ornamentierter Randleisten. Die konsequente Komposition des, in seiner Zeit modernen und beachteten Portals bestand aus einer Fassadenverkleidung von ursprünglich auf Hochglanz poliertem "Belgisch - Granit", einfach eingeschnittenen Auslagenfenstern und Türen aus schwarz gebeizter Eiche, mehrfach gerahmt durch galvanisch vergoldete, getriebene Profilleisten aus Zink. Seit Jahrzehnten nicht renoviert, war das Portal in sehr schlechtem Zustand und die ursprüngliche Gestaltungsabsicht aufgrund der willkürlichen Übermalungen nicht mehr erkennbar. Von der Originaleinrichtung im Inneren des Geschäfts ist bis auf einige wenige Möbel, die im Bundesmobiliendepot aufbewahrt sind, nichts mehr vorhanden.

Ziel der Restaurierung war es, die ursprünglich beabsichtigte Gestaltung des Portals mit der Kontrastwirkung von Schwarz - Gold unter möglichster Schonung der Originalsubstanz wiederherzustellen. Daher wurde aufgrund von verschiedenen Probearbeiten, nach schonender Reinigung, Ergänzung und Montage der Stein-, Metall- und Holzteile, jeweils jene Oberflächenbeschichtung gewählt, die den verschiedenen, gegenwärtigen Ansprüchen gerecht wird.  So musste sowohl dem ursprünglichen Erscheinungsbild, als auch einer Mindestanforderung an die Haltbarkeit, sowie der Verträglichkeit mit dem jeweiligen zu erhaltenden Material entsprochen werden. Anhand historischer Abbildungen wurde auch das Ziergitter des Eckportals in Messing wiederhergestellt.