Gesamtrestaurierung der Filialkirche hl. Katharina in Dornbach

Kärnten
Im Bild ist ein gemalter Engel mit einem mittelalterlichen Musikinstrument dargestellt.
Kärnten, Gem. Malta, Bezirk Spittal an der Drau

Die Sicherung und Konservierung der Freskenausstattung aus den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts wie die Restaurierung des Hochaltares des 18. Jh. mit seinem bedeutenden gotischen Tafelbild ("Verlobung der hl. Katharina") war schon lange ein Desideratum der Kärntner Denkmalpflege.

Die in den Jahren zwischen 1461 und 1463 im Maltatal in der Nähe eines Wasserschlosses "extra muros castri" errichtete spätgotische Filialkirche mit dem Patrozinium der hl. Katharina gilt aus kunst- und kulturhistorischer Sicht als außerordentlich bemerkenswert. Die freskalen Darstellungen an den Wänden und im Chorgewölbe zeigen an der Ostwand eine Verkündigung, an den Seitenwänden Szenen der Katharinenlegende und an den Gewölben singende und musizierende Engel mit Laute, Harfe, Psalterium, Hackbrett, Fidel, Orgelpositiv und Clavicytherium, die der mittelalterlichen Instrumentenkunde einen Fundus an neuen, bisher nicht ausgeschöpften Bildquellen eröffnen.

Die Sicherung und Konservierung der Freskenausstattung aus den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts wie die Restaurierung des Hochaltares des 18. Jh. mit seinem bedeutenden gotischen Tafelbild ("Verlobung der hl. Katharina") war schon lange ein Desideratum der Kärntner Denkmalpflege. Mit der Erklärung des "Nationalparks Hohe Tauern" zum Weltkultur- und Weltnaturerbe konnten schließlich im Jahre 2002 (u. a. aus Mitteln der "Rubbellose") umfassende Restaurierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Im Zuge der Innenrestaurierung überstrich man den mit Sternchenhimmel, "geschwammelten" Triumphbogen und einem Kacheldekor äußerst unbefriedigenden Dekor des Innenraumes aus dem Jahre 1949.

Bei der Restaurierung konnten an den beiden Seitenwänden des Altarraumes sechs weitere, bis dahin übermalte Szenen der Katharinenlegende freigelegt werden. Die bisher sichtbaren wie die jüngst freigelegten Wandmalereien mit Inschriftbändern in gotischer Minuskel ergeben nun einen vollständigen Katharinenzyklus, der Verbindungen zu zeitgleich entstandenen Arbeiten in Südtirol aufweisen könnte. Von hohem Interesse ist die detailgetreue Ausführung der Einzelszenen - der Belehrung der Philosophen, der Geißelung der nackt gezeigten Katharina, der Inhaftierung im Turm, der Folterung sowie der Zerspringung des Folterrades und zuletzt der Enthauptung der Heiligen. Vermutlich erstmals seit Jahrhunderten haben Interessierte nunmehr die einmalige Gelegenheit, den gotischen Innenraum vollständig zu überblicken.

Die Wiederherstellung der Kircheneinrichtung vermittelt nunmehr wieder einen gänzlich neuen Raumeindruck. Der barocke, von Johann Benedikt Fromiller (Bruder des berühmten Malers des Spätbarock Johann Ferdinand F.) gefaßte Altar mit seinem gotischen Mittelbild ist bereits im restaurierten Zustand zu besichtigen. An der nunmehr gereinigten Katharinentafel wurden Aquarellretuschen vorgenommen und Fehlstellen mit Perlgold geschlossen, wobei man eine große Anzahl von Graffiti vom 16.-20. Jh. in den Grotesken- und Akanthusdarstellungen an der Rückseite der Tafel beließ. Am Altar selbst nahm man Ausbesserungen in der historischen Vergoldertechnik sowie Teilrekonstruktionen der Fassung vor.

Die an beiden Wänden situierten spätgotischen Figuren der Heiligen Rupert und Virgil wiesen leicht entfernbare Übermalungen aus den 1940er Jahren auf. Mit der Entfernung dieser Übermalungen wurde vermutlich eine auf die Zeit des Frühbarock zurückgehende Zweitfassung mit sehr schönem Ergebnis freigelegt und ausretuschiert.

Mit der für 2003 geplanten Wiederaufstellung der Kanzel des 18. Jh. (wiederum eine Fassung des Johann Benedikt Fromiller), der Rückführung der Fenster auf ihre barocke Form und einer Außenfärbelung könnte eines der von kunstgeschichtlicher Bedeutung her wichtigsten denkmalpflegerischen Projekte Kärntens bald zu einem Abschluss finden.