Gasthaus Kornmesser in Bregenz

Blick auf restauriertes Gasthaus mit Nepomukkapelle in der Kornmarktstraße
1720 kaufte der Bregenzer Baumeister Franz Anton Beer von der Stadt Bregenz einen Bauplatz an der Landstraße (Kornmarktstraße), auf dem früher der städtische Kalkofen stand. Beer baute für sich ein Haus "ohne Heulege" - das hatte sich der Stadtrat ausbedungen -, ein richtiges Stadthaus - das heutige Kornmesser.

Der Bregenzer Barockbaumeister Franz Anton Beer (1688 – 1749) begann 1720 mit dem Bau seines Wohnhauses. Das Gebäude wurde freistehend, zweigeschossig, mit einer Pilastergliederung mit hoher Kämpferzone und mit zwei Rundbogentoren zur Straße hin erbaut. Das stattliche Wohnhaus diente ab dem Ende des 19. Jahrhunderts als Wirtshaus. Ab 1965 gab es die Bezeichnung „Kornmesser“, da die Geschwister Drexel, die damaligen Kontrollorgane des Kornmarktes, in dem Haus ihre Amtsstube hatten. Danach gab es mehrere Eigentümer bzw. Pächter, die das Haus mit wechselndem Erfolg führten. Bis zum Beginn der Revitalisierung im Jahr 2004 stand das Gasthaus mehrere Jahre leer. Bisher war lediglich das Erdgeschoss und Teile des Kellers zur Bewirtschaftung genutzt. Gemäß der neuen Nutzung unter Einbeziehung des ersten Obergeschosses mit Terrasse wurde innen eine neue Haupttreppe geschaffen und um den baubehördlichen Bestimmungen zu entsprechen eine Außentreppe zur Terrasse angestellt. Im Inneren konnten der gewölbte Raum im Erdgeschoss und zwei Räume im Obergeschoss mit Stuckdecken aus der Erbauungszeit restauratorisch auf ihre ursprüngliche Oberflächengestaltung zurückgeführt werden. Die übrigen Räume wurden im Gesamtzusammenhang mit der historischen Substanz entsprechend sensibel angepasst. Für das straßenseitige Eingangstor konnte eine ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammende Türe adaptiert werden. Die Fenster wurden, trotz einer modernen Konstruktion, weitgehend dem historischen Erscheinungsbild gemäß, mit glasteilender Sprossenteilung rekonstruiert. Der zu dichte Außenputz, vor circa 25 Jahren aufgebracht, musste abgeschlagen werden. Durch eine begleitende Fassadenuntersuchung konnte die ursprüngliche Farbigkeit nachgewiesen werden. Nach dem Aufbringen eines reinen Kalkputzes konnten die Fassadenflächen in einem leicht gebrochenem Weiß und die Gliederung mit dem Sockel in sandsteingrau als Kalkfarbe in Freskotechnik aufgebracht werden. Mit dieser Restaurierung konnte eine würdevolle Außenerscheinung in weitgehender Übereinstimmung mit dem ursprünglichen Bau erreicht werden.