Das Sattler-Panorama

Ausschnitt aus einem Gemälde mit Darstellung einer bewaldeten Hügellandschaft vor bewölktem Himmel; in der Mitte ist ein breiter hellerer Streifen als Bereich der Freilegung zu erkennen
Das berühmte Rundgemälde der Stadt Salzburg aus 1825/29 erhält in der Neuen Residenz in einem eigenen Sattler-Museum eine neue Heimstätte.

Das Sattler-Panorama stellt die umfangreichste und flächenfüllendste Stadtansicht Salzburgs und ihrer Umgebung in Form eines ca. 130 m2 großen Panoramabildes auf Leinwand dar. Das Rundgemälde wurde 1825/29 im Auftrag von Kaiser Franz I. von dem Porträt- und Landschaftsmaler Johann Michael Sattler (1786–1847) mit Unterstützung der beiden Landschaftsmaler Friedrich Loos und Johann Schindler geschaffen. Als Vorlage dienten von Sattler gefertigte wahrheitsgetreue Skizzen. Die auf einem der Stadtberge gelegene Festung Hohensalzburg bot ihm vom Glockenturm aus den optimalen Aussichtspunkt.

Nach Fertigstellung des Panoramas begab sich der Künstler mit seinem Werk auf eine zehnjährige Präsentationsreise, wodurch die Stadt Salzburg weltweit bekannt und vor dem Hintergrund des aufstrebenden Fremdenverkehrs als touristische Destination beworben wurde.

Die lange Wanderschaft sowie die unterschiedlichen Orte und Bedingungen der Aufstellung und Lagerung haben dem Gemälde schwere Schäden zugefügt. Jedoch auch vorangegangene Restaurierungen veränderten das ursprüngliche Erscheinungsbild durch mehrfache Übermalungen und eine Formatänderung im Jahr 1870, als das Bild im unteren Bildrand um ca. 32 cm beschnitten wurde.

Nachdem das Kunstwerk zuletzt im Café Winkler am Mönchsberg präsentiert wurde, erhält es derzeit in der Neuen Residenz (Museum Carolino Augusteum) in einem eigenen Sattler-Museum einen neuen, adäquaten Aufstellungsort und wird dort seit Juli 2003 restauriert.

Mit detaillierten Befunduntersuchungen sowie UV-Aufnahmen konnte unter mehreren Schichten die wesentlich feiner ausgeführte Original-Malerei Johann-Michael Sattlers festgestellt werden, die leider erhebliche Substanzverluste aufweist. In 4.400 Arbeitsstunden erfolgte die Abnahme der zahlreichen Übermalungen und Überkittungen samt dazwischenliegender Firnisse, Retuschen und Ausbesserungen.

Parallel dazu wurde der stark deformierte, partiell schadhafte und mehrfach doublierte Bildträger restauriert. Der mit feinem Pinsel aufgebrachte zäh fließende Kreidekitt ermöglichte eine konturgerechte Ausführung der Kittung zahlloser Fehlstellen unter Beibehaltung der originalen Leinwandstruktur. Die Kittungen sind in Farbgebung und Plastizität den an sie grenzenden Malereistrukturen angepasst.

Seit Februar 2005 wird an der Retusche der Fehlstellen gearbeitet. Diese erfolgt in mehreren Schritten: Untermalung bzw. Vorretuschen, anschließend Zwischen- und Schlusslasuren in allen Bereichen gemäß dem entsprechenden originalen Bildaufbau.

Nach Fertigstellung der Restaurierung im Juli 2005 wird sich das Sattler-Panorama aufgrund der Vielzahl an topografischen und volkskundlich relevanten Details wieder als unverzichtbares bauhistorisches und sozialgeschichtliches Dokument Salzburgs für die Biedermeierzeit in alter Form präsentieren.

Letztes Update: 29.04.2005 © Copyright 2005 BUNDESDENKMALAMT