Turm Nr. 25 Winfriede in Linz

Einblick in einen Gang.
Ein maximilianischer Befestigungsturm wird saniert.

Überlegungen zur Errichtung einer Lagerfestung in Linz setzten - nach den Erfahrungen aus den Napoleonischen Befreiungskriegen - in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts ein. Besonders Erzherzog Maximilian d´Este (1782-1863) entwickelte ein eigenes System von Defensivanlagen. Die Hauptbauzeit der insgesamt aus 32 Türmen, dem Fort Pöstlingberg mit 6 Türmen, sowie je zwei Vorwerken, Warten, Batterien und Klausen bestehenden Anlage lag zwischen 1831 und 1835. Der Normalturm Nr. 25 „Winfriede“ wurde zwischen 1831 und 1834 errichtet.

Insbesondere sind im Inneren im Erd- und Obergeschoss die Tonnengewölbe beziehungsweise die flachen Holzdecken und durchwegs zugehörige Bretterböden aus der Bauzeit erhalten. Die Erschließung erfolgt zum Teil über den vorgelagerten Anbau, zum Teil aber noch über die zweiläufigen innen liegenden Steinstiegen mit Ziegelbelägen an den Podesten. Im Schartenstock weisen Beschriftungen wie „E.batt.“ oder „Batt. Nr. 1“ auf die ursprüngliche Funktion hin. Über einem kreisrundem Grundriss erhoben sich drei konzentrische Mauerringe von ca. 13 m Höhe, die durch Ringtonnen und Holzdecken in die drei Geschoße Magazinstock, Wohnstock und Schartenstock unterteilt waren. An der Hinterseite der Türme, deren Außenmauer leicht konisch nach oben zulief, enthielt ein risalitartiger Vorsprung den Eingang und das Stiegenhaus. Das mit einer Brustwehr aus gestampfter Erde abgesicherte Verdeck war als Standort für die Artillerie ausgestattet, trug aber im Frieden ein Zeltdach. Dieses konnte im Bedarfsfall abgenommen und als Mannschaftsunterkunft verwendet werden.

Der Außenbau der Türme bestand aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk in sorgfältiger Technik, die Innenbauten aus Ziegeln. Einziger Schmuck war ein aufgemalter Doppeladler und der Turmname in eisernen Lettern. Das Turminnere enthielt im innersten Ring einen Brunnen bezihungsweise eine Zisterne, darüber im Wohnstock das Arrestlokal. In den Ringräumen befanden sich im Magazinstock Depots für Munition und Vorrat, im Wohnstock die Wohnräume für Offiziere und Mannschaft und im Schartenstock der Ladegang mit den Kanonen.

Die Lagerfestung Linz - die als Gesamtanlage mit mitteleuropäischer Ausstrahlung hoher historischer Wert besitzt – ist durch zahlreiche Abbrüche heute bereits stark reduziert. Der Turm 25 besitzt als einer der wenigen weitgehend im Originalzustand erhaltenen Normaltürme mit seinen zahlreichen Baudetails, wie Gewölbe und Holzdecken, Bretterböden und Stiegen und den authentischen Beschriftungen im Schartenstock daher Seltenheitswert. Diesem gilt es bei den anstehenden Adaptierungsmaßnahmen Rechnung zu tragen.

Galerie

Einblick ins Dachgeschoß.