Weppersdorf, Evangelische Pfarrkirche A.B.

Altar einer evangelischen Kirche, an der Wand Malerei
Seit jeher hat sich im Burgenland eine starke evangelische Gemeinde etabliert, deren bauliche Zeugnisse einen nicht unerheblichen Anteil im Denkmalbestand des Bundeslandes einnehmen.

Der mittelburgenländische Ort Weppersdorf, zwischen Mattersburg und Oberpullendorf gelegen, besitzt mit der evangelischen Bekenntniskirche ein bemerkenswertes kirchliches Denkmal aus der Zwischenkriegszeit, das 1930/31 in erhöhter, weithin sichtbarer Lage nach Entwürfen des Friedrich von Schmidt Schülers Clemens M. Kattner erbaut wurde. 2004 erfolgten eine Innenrestaurierung sowie statische Sanierungsmaßnahmen und einige bauliche Interventionen, wie die Vorplatzpflasterung, eine behindertengerechte Erschließung über den Sakristeieingang, die Erneuerung der Beleuchtungskörper und die Ergänzung des originalen Fliesenbodens im Zuge einer Altarraumerweiterung. Nach einer vom BDA in Auftrag gegebenen Kurzbefundung der Raumschale zeichnete sich unter den rezenten Tüncheschichten ein zwar einfaches, aber für die Gesamtheit des Raumeindrucks wichtiges ursprüngliches Gestaltungskonzept ab, sodass anstelle der ursprünglich geplanten routinemäßigen Ausmalung schematisierte Wolkengebilde und eine reichere Variante des bestehenden Spruchbands am Chorbogen freigelegt und wiederhergestellt werden konnten, was mit einer monumentalen Wandmalerei der Himmelfahrt Christi im Chorschluss inhaltlich sowie formal korrespondiert und die bisher isoliert wirkende Darstellung in das gesamte Raumkonzept einbindet. Die qualitätvolle Chorausmalung selbst, bez. FZ 1937, stammt vom Wiener Maler Franz Zimmermann. Zimmermann (Linz 1864 – Wien 1956) war als Schüler von Leopold Carl Müller an der Wiener Akademie und zunächst als Genre- und Historienmaler tätig. Für einige Gründerzeitkirchen führte er Wandmalereien (Jubiläumskirche u. Herz Jesu Kirche in Wien), aber auch Altargemälde (Breitenfelderkirche, Wien) aus. An der Malerei in Weppersdorf ist die Schulung des 19. Jahrhunderts vorherrschend und lediglich ein marginaler Einfluss der klassischen Moderne abzulesen. Aufmerksamkeit verdient die gelungene Verbindung der unkonventionellen szenischen Komposition mit dem zentralen Kanzelaltar. Aufgrund der Neuausmalung der umliegenden Wände zeigte das in Öl auf Putz ausgeführte Werk seinen intensiven Verschmutzungsgrad derart massiv, dass eine Reinigung entgegen der ursprünglichen Absicht unumgänglich war. Die schließlich mit finanzieller Unterstützung durch das BDA durchgeführte Restaurierung brachte wiederum die hohe künstlerische Qualität deutlich zu Tage. Der Kirchenraum vermittelt nach der Fertigstellung nun einen wesentlich authentischeren, geschlosseneren Eindruck und erfuhr eine ästhetische Steigerung, die der Bedeutung des Bauwerkes und der malerischen Ausstattung entspricht.