Pfarrkirche Maria Hilf Assumptio

Die Kirche ist von einer Friedhofsmauer umgeben. Die Kirche hat einen mächtigen Kirchturm und ein Beinhaus. Berge umrahmen die Bauten.
Kärnten, Malta, Polit. Bez. Spittal an der Drau

In dem von hohen Bergen umgebenen Maltatal liegt der kleine, ursprünglich dem Bistum Freising gehörende Ort Malta, der durch die Freilegung eines Christophorusfreskos an der Pfarrkirche im Jahr 2002 über die Medien geradezu weltweit bekannt wurde.

Die im Kern romanische, von einem Friedhof umgebene Pfarrkirche Maria Hilf Assumptio und ein südlich gelegener, ebenfalls auf das Hochmittelalter zurückgehender Rundkarner bilden das Zentrum der historischen Siedlung Malta. Die lange Geschichte der Kirche und des Ortes läßt sich an einer römerzeitlichen Grabinschrift, mittelalterlichen Wappengrabsteinen, an den unterschiedlichen Bauteilen mit zeitbedingt unterschiedlicher Architekturgliederung, der spätmittelalterlichen freskalen Ausstattung und der barocken Einrichtung hervorragend ablesen. An der nördlichen Chorwand befindet sich ein spätgotischer Dreikönigszug mit einer Anbetung, die südliche zeigt eine Thronarchitektur mit Maria in den Wehen sowie eine Verkündigung aus der Zeit um 1400, das Gewölbe über dem Chorraum Evangelistensymbole aus dem 15. Jh. und das Langhausgewölbe Maßwerkformen mit Heiligendarstellungen vom Ende des 15. Jh. Die vollständig erhaltene barocke Einrichtung geht auf das 17. und 18. Jh. zurück. Besonders hervorzuheben ist dabei eine ikonographisch seltene Schnitzfigur einer "Maria Gravida" des 15. Jh., bei der sich das Christuskind in einer rechteckigen Vertiefung in der Brust Mariens befindet.

Schon anläßlich der Außenrestaurierung der Kirche im Jahr 1987 fanden erste Freilegungsproben an einem großen Christophorusfresko statt. Im Jahr 2002 wurden in der Sakristei ein schon im Jahr 1999 bei Putzarbeiten gefundenes Fresko mit der Darstellung einer Geburt Christi aus der 1. Hälfte des 14. Jh. und das große, 7,50 Meter hohe Christophorusfresko an der Südseite des Altarraumes, das seit Jahrzehnten schon zum Teil sichtbar war, zur Gänze freilegt.

Das Fresko aus der Zeit um 1300 zeigt die Darstellung des Riesen mit dem Jesuskind auf seiner Schulter. Zu Füßen des Christophorus befinden sich verschiedene Fabelwesen, von denen das gekrönte Meerweibchen mit dem doppelten Fischschwanz und die in ein Horn blasende Nixe zum üblichen Repertoire der mittelalterlichen Christophorusdarstellungen gehören. Da eines der Fabeltiere eine verblüffende Ähnlichkeit zu Micky Maus aufweist, machte dessen Abbildung einen mediale Reise um die ganze Welt, ohne daß die imposante Christophorusdarstellung selbst sowie die Kirche mit ihrer hervorragenden freskalen Ausstattung und Einrichtung in den Medien wohl kaum auf entsprechendes Interesse gestoßen wären.