Haus Nr. 28 in Schoppernau

Wohn- und Essbereich
Das seit 1991 unter Denkmalschutz stehende Bauernhaus wurde Anfang 2000 liebevoll und dem ästhetischen Forderungen des Denkmalschutzes entsprechend saniert.

Beim ehemaligen Bauernhof "Haus Nr. 28" in Schoppernau handelt es sich um einen breitgelagerten, zweigeschoßigen Einhof mit Rafendach auf gekehlten Pfetten aus dem 18. Jh., der dem Typus des Bregenzerwälderhauses entspricht. Die mit einem Schindelpanzer versehene fünfachsige Schauseite ist mit leicht vorkragenden Gesimsen über den Holzsprossenfenstern versehen. Im Dachgeschoß befinden sich zwei Lünettenfenster. An der rechten Traufseite liegt der durchgehende, in Ständerbauweise errichtete offene Schopf. Die Eingangstüre in historischen Formen führt direkt in Flurküche. Besondere erwähnenswert ist die getäfelte Stube mit vegetabiler Rosette (Ende 18. Jh.) mit anschließenden Gaden und Stüble. Im giebelseitigen 1. Obergeschoß sind drei Kammern. Die Füllungstüren sind mit Beschlägen in barocken Formen versehen. Der an den Wohnteil angrenzende Wirtschaftstrakt besteht aus Tenne mit charakteristischem Tor und einem sowohl in gestrickter Blockbauweise errichtetem als auch gemauertem Stall (darüber Heulege aus Rundhölzern).

Seit 1998 kam in intensiver Zusammenarbeit mit dem BDA eine Bauaufnahme durch Studenten als Plangrundlage für die folgenden Umbaumaßnahmen zustande. Vom Architekten wurde ein Baukonzept entwickelt, das weitgehend ohne Zerstörungen die Integration einer zeitgemäßen Wohnung in die beiden Trakte des ehem. Bauernhofes zuläßt. Angrenzende Teile des ehem. Stallgebäudes wurden zu Sanitär-, Wirtschafts- und Lagerräumen. Durch wenige, geschickte Eingriffe entstanden helle, freundliche Räume. Alte und neue Materialien stehen gleichwertig harmonisch nebeneinander. Seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2000 wurde - bedingt durch den teilweise schlechten Bauzustand - der Austausch von Holzteilen im Dachstuhl und am Schopf nötig. Das Eternitdach konnte durch ein Schindeldach ersetzt werden. Größter Wert wurde auf die Erhaltung und Restaurierung der künstlerisch wertvollen Details gelegt. Täfer, Türen und Böden sowie die Fenster wurden saniert bzw. durch neue Konstruktionen entsprechendem dem historischen Vorbild ersetzt. Bemerkenswert sind v.a. die energietechnischen Verbesserungen, die den ästhetischen Forderungen des Denkmalschutzes durchaus entgegenkommen: So brachten die Verwendung von dünnen Dämmschichten unter den neuen Schindeln an den Außenwänden, die Sanierung der Fenster und die Abgrenzung zu den Kaltbereichen sehr gute Ergebnisse.