Fürsterzbischöfliche Residenz in Salzburg

Barockes Deckengemälde mit Gott-Vater und der Taube als Sinnbild des Heiligen Geist
Seit Mitte der neunziger Jahre werden die sogenannten "Prunkräume" der Salzburger Residenz restauriert. Nach dem Karabinieri- und dem Rittersaal, dem Verbindungsgang zum Dom, der kleinen Privatkapelle und dem Weißen Saal wurde 2001 auch die Restaurierung des Thronsaales abgeschlossen.

Die in ihrer heute sichtbaren Grundgestalt auf durchgreifende Um- und Neubaumaßnahmen unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587-1612) zurückgehende Salzburger Residenz beherbergt im 2. Obergeschoß die früheren Wohn- und Repräsentationsräume der Erzbischöfe. Diese vor allem um den Haupthof der Residenz gruppierten Räumlichkeiten wurden neben unwesentlichen Änderungen ab dem Jahr 1688, vor allem aber ab 1709/1710 und teilweise zu Ende des 18. Jh. neu ausgestattet. Künstler wie Lukas von Hildebrandt und Antonio Beduzzi als Architekten, Francesco und Carlo Antonio Brenno, Antonio Carabelli, Alberto Camesina und Peter Pflauder als Stuckateure, Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte als Maler der monumentalen Deckenbilder standen auf der Gehaltsliste der Erzbischöfe.

Nach vorwiegend punktuellen Restaurierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten wurde vor nunmehr sieben Jahren mit einer grundlegenden Konservierung und Restaurierung der heute sog. "Prunkräume" begonnen. Diese Kampagne mußte nicht nur wegen der großen finanziellen Erfordernisse oder des in jedem der Säle enorm zeitaufwendigen Arbeitsumfanges in Etappen aufgeteilt werden, sondern wird auch immer wieder zur Aufrechterhaltung des "normalen Betriebes" der Residenz unterbrochen; die Salzburger Landesregierung nutzt und vermietet die Räume für vielerlei Veranstaltungen, seien es Festakte, Ehrungen, politische Versammlungen, Empfänge, aber auch rein kommerzielle Verwendungen wie Firmenfeiern, Konzerte, Modeschauen, Galadiners von Salzburg-Sponsoren, nicht zu vergessen die Salzburger Antiquitäten-Messe, für welche alljährlich das gesamte historische Inventar in Depots um- und ausgelagert werden muss.

Begonnen wurden die Arbeiten 1995 im großen, über zwei Stockwerke reichenden Karabinieri-Saal, sie wurden weitergeführt im Rittersaal, betrafen anschließend den Verbindungsgang zum Dom, die kleine Privatkapelle sowie den Weißen Saal und wurden zwischenzeitlich im Jahr 2001 mit der Restaurierung des Thronsaales abgeschlossen; weitere neun Räume harren noch ihrer restauratorischen Behandlung.

Auch wenn derzeit durch die bisherigen Maßnahmen Schäden beseitigt, Originalsubstanz abgesichert oder auch tw. freigelegt werden konnte, womit einerseits die wiederhergestellte Leuchtkraft der Farben der Deckengemälde, andererseits das bisher nicht erahnte Ausmaß an Glanzstuckbereichen oder die Restaurierung der Wandbespannungen aus Brokatgewebe beeindrucken, so wird bei gleichbleibender, vielfältiger Nutzung der Prunkräume ihr Gebrauch und "Verbrauch" auch nach Abschluß der derzeit laufenden Restaurierungskampagne in Zukunft weiterhin für ausreichende Beschäftigung von Denkmalpflegern und Restauratoren sorgen.

Letztes Update: 02.05.2002 © Copyright 2002 BUNDESDENKMALAMT