Kloster der Barmherzigen Brüder, Apotheke

Kasten mit verglasten Türen, hinter denen Glasgefässe stehen

Der 1759 von Fürst Paul Anton Esterhàzy an Stelle des ehemaligen Armenhauses gegründete Konvent ist zusammen mit der Kirche und dem Spital als mächtiger Gebäudekomplex städtebaulich dominant entlang der Esterhàzystraße gelegen. Die im Erdgeschoß des Hauptgebäudes befindliche historische Apotheke "Zum Granatapfel" stammt aus der Erbauungszeit in deren Geschäftsraum, dem sog. Offizin, sich noch weitgehend die originale Rokokoeinrichtung erhalten hat. Das mehrjochige Gewölbe des langgestreckten Raumes und die dazugehörigen Schildwände ziert eine spätbiedermeierliche Wanddekoration aus dem 2. Viertel des 19.Jh., die von einem reich differenzierten Gliederungssystem unterschiedlichster Dekorationselemente gekennzeichnet ist und unter anderem Darstellungen von Heilpflanzen und den immer wiederkehrenden Granatapfel zeigt.

Die Restaurierung dieser bemerkenswerten Raumdekoration erwies sich als besonders komplex, da mehrmalige Übermalungen, zuletzt anläßlich einer Restaurierung von 1944, Oberflächenspannungen und Abblätterungen bedingten und zudem der originale Kalkgrundträger bereits große Schwächen zeigte. Nach der Unterklebung der Abblätterungen und der Fixierung der Leimmalereien wurde die gesamte Oberfläche einer Reinigung unterzogen und weiters Risse mittels Injektageverfahrens fixiert. Nach den ebenfalls notwendigen Kittungen erfolgten die abschließenden Retuschierungen des gesamten Malereibestandes. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde auch die Restaurierung der barocken Wandschränke durchgeführt, die vor allem die Wiederherstellung der originalen Holzoberflächen und der vergoldeten Dekorationen zum Ziele hatte. Ebenso wurden die beiden barocken Standfiguren, einen Türken und einen Mohr darstellend, in das Restaurierungsvorhaben miteinbezogen.