Burgruine Landsee

Burgruine
Auf einem Quarzitfelsen zwischen Heidriegel und Pauliberg im mittleren Burgenland erhebt sich die Burgruine Landsee, welche vielfach als die größte Anlage dieser Art in Mitteleuropa bezeichnet wird.

Als Bollwerk im 13. Jh. erstmals genannt zählt diese Anlage zu einer Reihe von Burgen, welche die ungarische Westgrenze gegen feindliche Übergriffe schützen sollte. Jüngste Forschungen im Rahmen der Österreichischen Kunsttopographie zeigen Ausbauphasen im 16. und 17. Jh. unter Paul Esterházy, die zu einer kontinuierlichen Hebung des Wohnkomforts beitrugen. Brände 1708 und 1790 besiegelten das Schicksal der Burg und ließen diese, auch heute im Verfall noch beeindruckende Festung zum Materialdepot für die nahe liegende Siedlung werden. Die von vier Befestigungsringen mit fünf Torbauten umschlossene Hochburg mit spätgotischem Hof wird vom sogenannten "Donjon" im Westen und Flügelbauten des 17. Jh. im Osten bestimmt. Bemühungen diese auch heute noch im Besitz der Familie Esterházy befindliche Burgruine vor dem endgültigen Verfall zu retten setzten bereits in den 50er Jahren durch Privatinitiative eines Verschönerungsvereines ein, sodaß es im Zuge vieler kleiner Schritte gelang mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land dem Besucher einen gesicherten Zugang zur Hochburg zu ermöglichen.

Mit Hilfe eines EU-Projektes war es 1998 möglich, ein Sanierungskonzept für die Hochburg zu erarbeiten, welches einerseits die Restaurierung des Bestandes und andererseits die Aufschließung für den Tourismus durch Errichtung einer Aussichtsplattform am höchsten Punkt des Donjons und die Schaffung einer Infrastruktur zum Ziel hat. In den vergangenen Jahren konnten daher in Etappen die statische Sicherung des Kapellenturms, Maßnahmen zur Erhaltung des historischen Putzes, Gewölbeschließungen und Mauerkronensicherungen durchgeführt werden. An der ehem. Kapellenwand wurden auch Schriftreste mit der Datierung "1485" aufgedeckt und restauriert. Durch einen Bühneneinbau wurden bereits bestehende kulturelle Aktivitäten zusätzlich verstärkt, sodaß die Burgruine Landsee neben Schloß Kobersdorf mit seinen Sommerspielen eine weitere Bereicherung in dieser Region darstellt.