Stift Griffen

Vom Hof aus blickt man auf das Stiftsgebäude.
Kärnten, Gemeinde Griffen, Polit. Bez. Völkermarkt

Im Südosten Kärntens liegt westlich des Marktes Griffen am Fuß eines Ausläufers der Saualpe das ehemalige Prämonstratenserstift Griffen.

Stift Griffen besteht aus der im Kern romanischen ehemaligen Stifts-, der heutigen Pfarrkirche, den nördlich und nordwestlich daran anschließenden barocken Stiftsgebäuden, der zum Teil von einer hohen gotischen Wehrmauer umgebenen, romanisch-gotischen "alten" Pfarrkirche sowie einem großen, landwirtschaftlich genutzten, von spätmittelalterlichen Mauern umgebenen Bereich. Als einziges Prämonstratenserstift Kärntens stellt Stift Griffen mit den beiden im Kern romanischen Kirchen und seinen bemerkenswerten barocken Stiftsgebäuden eine der künstlerisch und baugeschichtlich bedeutendsten Klosteranlagen des Landes dar.

Bereits 1998 wurde mit umfassenden Restaurierungsarbeiten im Inneren und an den Fassaden des teilweise leerstehenden Stiftsgebäudes sowie an der Ostfassade der Pfarrkirche begonnen. Ermöglicht haben diese vor allem die Bemühungen des Pfarrers, der Rotarier und der Kulturinitiative Stift Griffen, die eine Peter-Handke-Ausstellung initiierte. Im ehemaligen Refektorium wurde die aus der 1. Hälfte des 18. Jhs. stammende und Kilian Pittner zugeschriebene Stuckdecke vor dem Einsturz bewahrt, statisch gesichert und freigelegt. Seither gelangten in dem Raum bereits mehrere Handke-Stücke durch das Burgtheater-Ensemble zur Aufführung.

Im Rahmen des EU-Projekts Raphael konnte in enger Kontaktnahme zu Kollegen aus der Denkmalpflege Bayerns, Sloweniens und Tschechiens die Sanierung der durch Witterungseinflüsse bereits sehr desolaten stuckierten barocken Ostfassade der ehemaligen Stiftskirche begonnen werden. Es erfolgte die Restaurierung der überlebensgroßen Immaculata-Statue unter einem großen, nahezu die gesamte Wandfläche des oberen Bereiches bedeckenden reliefhaften Baldachinvorhangs sowie des reich ausgestatteten Kreuzgangportales, das auf dem Sprenggiebel des zweiten Geschosses den hl. Norbert, den Gründer des Prämonstratenserordens, zeigt. Mit dem Ziel der größtmöglichen Erhaltung der barocken Originalsubstanz wurden Festigungen, Ergänzungen und Teilrekonstruktionen meist in den historischen Arbeitstechniken durchgeführt und damit das barocke Erscheinungsbild dieser Fassadenbereiche in ihrer Plastik und Farbigkeit wieder hergestellt. Es ist zu hoffen, dass das hervorragende Restaurierergebnis eine Fortsetzung an weiteren Fassadenteilen finden wird.