Ehem. Gasthof Alte Krone in Vandans

Hausfassade mit holzumrahmten Fenster u. Fachwerk nach Restaurierung
Der ehemalige Gasthof "Alte Krone" zählt zu den wenigen Bauwerken in Vorarlberg, die die Beziehung zum rätoromanischen und Graubündner Gebiet durch ihre ehemalige Funktion als Gaststätte noch deutlich zeigen.

Der seit 1964 unter Denkmalschutz stehende ehemalige Gasthof "Alte Krone" zählt zu den wenigen Bauwerken in Vorarlberg, die die Beziehung zum rätoromanischen und Graubündner Gebiet durch ihre ehemalige Funktion als Gaststätte noch deutlich zeigen. Lage und Proportionen bewirken eine markante Akzentuierung des Hauses in der Streusiedlung des Vandanser Kessels des äußeren Montafon.

Es handelt sich bei dem Objekt um ein zweigeschossiges, fünfachsiges Wohnhaus mit schindelgedecktem Satteldach, das in mehreren Bauetappen zwischen 1567 und 1744 errichtet wurde. Der östliche Teil ist in Blockbauweise, verputzt, im Giebel 1567 datiert, der westliche in leichter Fachwerkkonstruktion des 18. Jhs. errichtet. Das Kellergeschoß ist teilweise versenkt und mit Bachsteinen gemauert, was auch auf den Mittelteil des Erdgeschosses zutrifft. Die restlichen Wände sind in Holzblock- bzw. Riegelbauweise aufgeführt und bis auf den verbreiterten Wirtschaftsteil fast gänzlich verputzt. Im Inneren befinden sich mehrere getäfelte Stuben, deren Decken zum Teil bemalt sind. Die Doppelfenster mit Mittelpfosten sind in acht bzw. sechs Felder geteilt und im Westteil aufwendig gerahmt. Im Flur befindet sich eine Befeuerung für den Stubenofen mit offener Kochstelle, die sich im Obergeschoß als mächtiger Kamin fortsetzt.

Bereits seit 1959 gab es seitens des Bundesdenkmalamtes und der lllwerke Bemühungen um die Erhaltung des Hauses. Weitere Sicherungsmaßnahmen erfolgten Anfang der Siebziger Jahre, was bewirkte, daß das Bauwerk noch weitgehend in seinem Urzustand vorgefunden wurde. Besonders erwähnenswert sind hierbei die hochwertigen handwerklichen Ausführungen der Tischlerarbeiten (Türen, Fenster, Täfelungen) sowie die reiche Zahl an handwerklichen Details.

Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten wurde von der Architekturabteilung des Bundesdenkmalamtes ein Baukonzept entwickelt, das weitgehend ohne Zerstörung die Integration von drei Wohnungen in die beiden Geschoße des Hauses zuläßt und somit eine wirtschaftliche Nutzung des Hauses garantiert (drei Wohnungen werden vermietet, eine für den Eigenbedarf genutzt). Die Adaptierung von neuen Räumen in der historischen Bausubstanz für Küche und Sanitärbereich war für die weitere Nutzung und nicht zuletzt zur Finanzierung unabdingbar. Der schlechte Bauzustand des fast drei Jahrzehnte leerstehenden Hauses machte den Austausch von Holzteilen im Dachstuhl und an den Zwischendecken notwendig. Ebenso mußten Teile des Kamins und des Putzes saniert werden. Größter Wert wurde jedoch auf die Erhaltung und Restaurierung der künstlerisch wertvollen Details gelegt: Alle alten Fenster mit "Schiebern und Lüftungsflügeln" konnten erhalten und durch entsprechende Vorfenster ergänzt werden; Täfer und Türen wurden schonend gereinigt und wieder eingebaut.

Die Kosten für die denkmalgerechte Instandsetzung werden durch die Althaussanierung und die Kulturförderung des Landes Vorarlberg sowie vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten und nicht zuletzt aus Eigenmitteln des Eigentümers aufgebracht.

Galerie

Erdgeschoßfenster mit verzierter Holzumrahmung