Schloss Seeburg

Fensterbekrönung in Form einer Wandmalerei
Gesamtsanierung der barocken Schlossanlage: Mit einer umfassenden Generalsanierung wurden der Seeburg in Seekirchen am Wallersee neue Funktionen ermöglicht, sodass die Nutzung dieses kulturell wie künstlerisch bedeutsamen Bauwerkes auch in Zukunft möglich ist.

Schloß Seeburg liegt am nordwestlichen Ende des Wallersees auf einer Anhöhe im Gemeindegebiet von Seekirchen. Das barocke Hauptgebäude, dessen drittes Stockwerk 1850 errichtet wurde, überragt die Ringtürme der Ringmauer und den Kapellenbau von 1752. Seit 1977 ist es als Standesamt und Heimatmuseum der Marktgemeinde Seekirchen in Verwendung.

Bei einer umfassenden Generalsanierung, die dem kulturell sowie künstlerisch bedeutenden Bauwerk neue Funktionen ermöglichen und vermehrt Aktivitäten in die Seeburg bringen soll, wurden im Schloßhof im Zuge archäologischer Grabungen historische Mauerzüge vorgefunden und ein Teil der mittelalterlichen Anlage freigelegt. Großer Wert wurde auf die Restaurierung der Schloßkapelle gelegt: Bemerkenswert sind bei der Ausstattung der 1752 erbauten Kapelle vor allem die zarten Rokokostukkaturen von Benedikt Zöpf und die subtil ausgeführte Marmorierung des Altaraufbaus mit dem Gemälde Gennaro Basiles.

Die erheblichen Schäden am Innenputz, verursacht durch eine starke Durchfeuchtung des Mauerwerkes, wurden behoben, indem der schadhafte, zementhaltige Putz durch einen Kalk-Trass Mörtel ersetzt und Fehlstellen geschlossen wurden. Die Stukkaturen wurden gesichert und entsprechend der Erstfassung in hellocker Stuck auf weißem Fond und weißen Gesimse neu gefaßt.

Beim Deckenfresko, das den "Tod des hl. Rupert" (ebenfalls ein Werk von Gennaro Basile) zeigt, erfolgte eine Retuschierung der Übermalungen aus dem 19. Jh. Da beim Altar kein einheitliches Erscheinungsbild mehr gegeben war – der Altaraufbau war durch die nach 1914 erfolgte mechanische Abnahme des Originallackes stark zerkratzt - wurden fehlende Teile durch Lindenholz ersetzt und die gut erhaltene Originalvergoldung freigelegt.

Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten kam im Sockelbereich des Trauungsraumes eine barocke Malerei zum Vorschein. Eine dieser um 1755 gemalten Herrscherbüsten mit beidseitigen Fruchtgehängen, die in ein entsprechendes Wanddekorsystem integriert ist, wurde zur Dokumentation der umlaufenden Sockelgestaltung restauratorisch behandelt.

Die Eindeckung der Dachflächen der Nebengebäude mit Holzschindeln sowie die Kalkverputzungen und Kalkanstriche waren eine Forderung des Denkmalamtes.

Im April 1999 konnte die Gesamtsanierung der Anlage beendet werden. Die Seeburg beherbergt nach wie vor das Standesamt und das für die Lokalgeschichte interessante Museum; darüberhinaus wurde ein gehobener Gastronomiebetrieb eröffnet, der nicht nur Veranstaltungen verschiedenster Art im Bankettsaal des ersten Obergeschoßes ausrichtet, sondern ebenso während der Sommermonate seine Gäste im Schloßhof bewirtet.

Letztes Update: 22.02.2000 © Copyright 2000 BUNDESDENKMALAMT