Pfarrgebäude St. Pankraz in Oberösterreich

Detail der Barocktür mit barockem Kastenschloss nach der Restaurierung.
Das barocke Baudenkmal ist noch in seiner Gesamtheit erlebbar.

Der besondere Wert des 1751 bis 1757 errichtete Pfarrgebäudes von St. Pankraz liegt darin, daß nicht nur die ursprüngliche barocke Bausubstanz, sondern auch die originale Bauausstattung wie Türen, Holzfenster, Fenstergitter und Bodenbeläge erhalten geblieben ist. Dieser Umstand erlaubt es, ein historisches Baudenkmal tatsächlich in seinem Gesamtzusammenhang zu erleben und zu begreifen – was heutzutage bereits eine Seltenheit darstellt. Im Rahmen der Restaurierung seitens des Bundesdenkmalamtes, Abteilung für Oberösterreich, und des Baureferats der Diözesanfinanzkammer Linz wurde somit darauf Bedacht genommen, die zukünftige Nutzung des Gebäudes mit der Erhaltung des historischen Bestandes zu vereinbaren.

Die heutige Außenerscheinung gibt einen guten Eindruck vom Aussehen des Gebäudes in der Barockzeit. Die Voraussetzung hierfür waren die überwiegende Erhaltung des historischen Rieselputzes sowie die Anwendung der traditionellen Sumpfkalktechnik zur Färbelung nach dem Erstbefund und die Einbeziehung der Steineinfassungen mit weißer Kalkschlämme wie es dem barocken Farbkonzept entspricht und nicht zuletzt dem Witterungsschutz der Steinteile dient. Ebenso wurden die aufwendig gestalteten barocken Eisengitterkörbe an den Obergeschoßfenstern nach ihrer Entrostung und Stabilisierung wieder an alter Stelle angebracht. Die großzügigen barocken Raumabfolgen mit Gewölben und Stuckspiegeldecken konnten ohne störende Unterteilungen beibehalten werden. Besonderes Augenmerk lag auf der Erhaltung des überlieferten Bestands der Innenräume. So wurden die barocken Kreuzstockfenster im Obergeschoß und die aus der Zeit um 1800 stammenden Oberlichtfenster im Erdgeschoß ebenso in barocker Manier wiederhergestellt, wie die originalen Schiffböden im Obergeschoß. Sämtliche barocke Innentüren, die mitsamt ihren Kastenschlössern und Beschlägen erhalten geblieben sind, boten nach der Restaurierung ein interessantes Bild, das durch die Freilegung und Wiederherstellung der ursprünglichen mehrfarbigen Fassungen mit Grau-Blau-Kombinationen und Schlagmetallauflagen entstanden ist. Auch die Schlösser und Beschläge wurden durch eine Metallrestauratorin freigelegt und konserviert und zeigten sich wieder in der ursprünglichen Mischtechnik von Verzinnungen, Bläuungen und Farbfassungen.

Die Restaurierung und Instandsetzung des Pfarrgebäudes von St. Pankraz zählt zu den schönsten und erfreulichsten Ergebnissen der oberösterreichischen Denkmalpflege in letzter Zeit, insofern als man einen ebenso lebendigen wie authentischen Eindruck von der aufwendigen und qualitätvollen Gestaltung eines barocken Pfarrhofgebäudes gewinnt. Das Gebäude erfährt nun eine Nutzung als Gemeindeamt und Pfarrhof.